Japan

Sake-Fass-Anstich zum Jubiläum (v. links): Airi Yukawa, Leiter SCHOTT Nippon, Harumichi Sibata, Berater von Sibata Scientific Technology, Prof. Dr. Udo Ungeheuer, SCHOTT Vorstandsvorsitzender, und Dr. Ulrich Ackermann, President und CEO SCHOTT Asia. (Foto: A. Rain)
Ulrich Mattner

Aufstieg unter Nippons Sonne

40 Jahre SCHOTT in Japan:
Vom Drei-Mann-Unternehmen zum breit aufgestellten Hightech-Partner


Als SCHOTT Nippon 1966 mit drei Mitarbeitern in Tokio startete, zählte SCHOTT zu den ersten deutschen Firmen, die mit der Gründung dieser Vertriebsgesellschaft Vertrauen in den Markt Japan setzten. Damals ahnten nur wenige, dass der Inselstaat in kurzer Zeit zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt heranwachsen sollte. Wer in Europa oder Amerika nach Toyota oder Sony fragte, erntete oft nur ein Achselzucken. Heute ist Toyota dabei, weltweit größter Automobilhersteller zu werden. Und Sony hat Haushalte in aller Welt bereits mit Fernsehern, Recordern und Kameras erobert.

Was Japans Hightech-Riesen in Deutschland erreichten, gelang dem deutschen Technologiekonzern in Japan: Auch dort gibt es kaum Haushalte ohne SCHOTT Erzeugnisse, allerdings auf den ersten Blick nicht sichtbar. Diese hochwertigen Komponenten übernehmen wichtige Funktionen in Handys, Computern und Uhren, aber auch in Autos. Ob Epson, Sony, Matsushita oder Toyota – immer mehr Konzerne setzen auf Qualität der Marke SCHOTT.
„Dank SCHOTT Spezialgläsern und unserer Verarbeitungstechnologie nehmen wir bei Deck- und Objektträgergläsern für die Medizin eine führende Position ein.” Akira Matsunami, Vorstandsvorsitzen- der Matsunami Glass, Osaka, seit fast 40 Jahren SCHOTT Partner. (Foto: A. Lechner)
So haben SCHOTT Nippon und das Joint Venture NEC SCHOTT Components (NSC) bei Kyoto eine spannende Erfolgsstory parallel zu Japans Aufstieg geschrieben. Diese Unternehmen erwirtschaften heute mit zusammen 250 Mitarbeitern einen Umsatz von 200 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf die Vertriebsgesellschaft, die in den letzten drei Jahren den Umsatz auf 117 Mio. Euro verdoppelte. Auch NSC wächst – seit 2002 um jährlich über zehn Prozent, 2006 sogar um 20 Prozent. Wachstumsmotoren in Japan sind zurzeit Backlights für Flachbildschirme sowie das Geschäft mit Linsen für digitale Spiegelreflexkameras, Beamer und Camcorder. Auch Glaskeramik für die LCD-Lithographie, Glas-Metall-Gehäuse für elektronische Bauteile und hochveredelte Optikkomponenten verkaufen sich gut.
Weiteres wichtiges Produktsegment sind SCHOTT Ceran® Glaskeramik-Kochflächen. SCHOTT produziert sie exklusiv seit 1972 für Rinnai, einen führenden japanischen Hausgerätehersteller. Partnerschaft und Kundenorientierung sind wichtige Schlüssel im japanischen Markt. Einen weiteren Schub in diese Richtung erwartet SCHOTT vom jüngst eröffneten Application Engineering Center in Tokio für die gemeinsame Entwicklung maßgeschneiderter Produkte. Was solche Teamarbeit erreichen kann, zeigte sich schon in den 90er Jahren: Die weltgrößte Sanduhr, fünf Meter hoch und aus SCHOTT Glas, schaffte es damals ins Guinnessbuch der Rekorde. Der Vorstandsvorsitzende des Herstellers, Masatoshi Sibata von Sibata Scientific Technologies, betont: „Die Uhr zeigt, wie gut unsere Spitzentechnologie mit SCHOTT Produkten harmoniert.” Und sie steht für den effizienten Umgang mit der Zeit – ein entscheidender Erfolgsfaktor in Japan: „Hier zählt höchste Qualität und Präzision auf die Stunde genau – von der Beschaffung über die Produktion bis zur Lieferung”, weiß Airi Yukawa, Leiter SCHOTT Nippon. In dieser Hinsicht operiert SCHOTT schon immer gern als echter Japaner.
40 Jahre SCHOTT Produkte in Japan: von Glas für Brillen und Pharmaglasröhren ab den 60er Jahren bis zu Glaskeramik-Kochflächen und optischen Linsen heute. Fotos: J. Göttert/Rinnai