Anlagentechnik

Die bis zu vier Meter langen Spezialglasröhren werden manuell in die Rahmenkonstruktion eingefügt.
Jürgen Breier

Heiße Luft für kühles Bier

In Mälzereien sorgen Glasrohr-
Wärmetauscher der Schweizer Flucorrex AG für eine effiziente Energienutzung.


Bier gehört zu den meistgetrunkenen alkoholischen Getränken der Welt. Ausgangsprodukt ist das aus speziellem Getreide, meist Braugerste, hergestellte Malz. In Mälzereien werden die Getreidekörner in Wasser eingeweicht und zur Keimung gebracht. Dadurch steigt der Wassergehalt auf zirka 40 Prozent. Nach fünf bis sieben Tagen wird die Keimung durch schonendes Trocknen, in der Fachsprache Darren genannt, beendet, der herausgewachsene Keimling entfernt. Das Malz ist danach lagerfähig.

In Trocknungsanlagen moderner Mälzereien erfolgt die Erhitzung der Luft auf bis zu 100 Grad Celsius indirekt. Durch Erdgasbrenner wird ein Heißgas erzeugt, das über Stahlrohrbündel- Wärmetauscher die Darrluft indirekt erhitzt. Das Malz bleibt so frei von Verbrennungsprodukten der fossilen Brennstoffe. Durch diese Art der Befeuerung wird auch die Bildung von gesundheitsschädlichen Nitrosaminen verhindert. Der zusätzliche Einsatz eines großflächigen Glasrohr-Wärmetauschers sorgt dafür, dass Energie aus der verbrauchten, mit Wasserdampf gesättigten Fortluft auf die einströmende Außenluft übertragen wird. Das reduziert den Energieverbrauch des Lufterhitzers. Eine Investition, die sich gerade bei den gegenwärtig hohen Energiepreisen schnell amortisiert.

Die Flucorrex AG im schweizerischen Flawil ist der international führende Hersteller von Glasrohr-Wärmetauschern für Mälzereien. „Seit vielen Jahren beziehen wir die Spezialglasröhren von SCHOTT-Rohrglas. Qualität und Liefersicherheit überzeugen uns ebenso wie die gute Betreuung durch das Werk und das Sales Office SCHOTT Schweiz im nahen Sankt Gallen“, erklärt Geschäftsführer Dr. Ulrich Willibald. Sein Kollege in der Geschäftsleitung, Dr. Detlef Bernt, sieht bei Glasröhren neben der Korrosions- und Alterungsbeständigkeit auch deutliche Gewichts- und Preisvorteile zum Beispiel gegenüber Röhren aus Chromnickelstahl.

Wärmetauscher auch für DeNOx-Anlagen

Bei Wärmetauschern für Entstickungsanlagen kommen Röhren aus SCHOTT Duran® zum Einsatz.
Die im deutschen Mitterteich hergestellten, bis zu vier Meter langen Röhren werden an Flucorrex in vier verschiedenen Varianten geliefert. Die Außendurchmesser reichen von 20 bis 40 Millimeter. Die aus Modulen zusammengesetzten Glasrohr-Wärmetauscher können mit 30 Meter Länge und acht Meter Höhe beachtliche Dimensionen erreichen. In die Stahlkonstruktion sind dann bis zu 80.000 Spezialglasröhren eingebaut.

Zum Produktprogramm der 1992 gegründeten Flucorrex AG gehören auch Wärmetauscher für Entstickungsanlagen. Für diesen Einsatz verwendet das Schweizer Unternehmen das chemisch und thermisch hochresistente Spezialglas SCHOTT Duran®. Die Röhren werden vor dem Einbau noch zusätzlich mit einem speziellen Kunststoff ummantelt. Insgesamt verarbeitet Flucorrex jährlich durchschnittlich 2.600 Kilometer Spezialglasröhren von SCHOTT.