Beleuchtung für die Luftfahrt

Ungestört lesen oder träumen: Für die neuen Business-Class-Flugzeugsitze von Recaro entwickelte SCHOTT Leselampen und die Steuerungselektronik.
Frank Littek

Kreative Beleuchtung macht Fliegen zum Erlebnis

Im harten Konkurrenzkampf versuchen Fluggesellschaften weltweit den Komfort an Bord der Maschinen zu verbessern. Ein Schlüssel: Neue Beleuchtungs-
lösungen, die den Flug für Passagiere angenehmer machen.


Um rund fünf Prozent jährlich wird weltweit das Passagieraufkommen im Luftverkehr bis 2023 steigen. Das sagen aktuelle Marktprognosen voraus. Die Aussichten für die Airlines sind also bestens. Gleichzeitig nimmt aber auch der Konkurrenzkampf unter den Unternehmen zu – und damit das Bemühen der Fluggesellschaften, sich von Wettbewerbern zu unterscheiden. Mit Zuverlässigkeit und Sicherheit allein kann heute keiner mehr überzeugen. Diese Eigenschaften gelten längst als selbstverständlich. Anders sieht das beim Interieur der Maschinen aus. Hier ist noch großes Potenzial vorhanden. Ein Schlüssel dazu: die Beleuchtung. Durch kreative, zeitgemäße Lösungen lässt sich der Komfort an Bord deutlich steigern. SCHOTT gehört heute zu den führenden Anbietern in diesem Markt.
Moderne LED-Beleuchtungslösungen bieten viel Design-Freiheit und damit die Chance zur Differenzierung im Wettbewerb.
„Die Nachfrage der Fluggesellschaften nach kreativen Beleuchtungsideen wächst stetig“, weiß Dr. Armin Plichta, bei SCHOTT für den Bereich Aviation-Lighting verantwortlich. Bei der Fachmesse Aircraft Interiors, der weltgrößten Fachmesse für die Flugzeug- Innenausstattung im deutschen Hamburg, sei das Interesse gerade unter den Airlines „riesengroß“ gewesen. SCHOTT ist der Einstieg in den Markt für Sitzbeleuchtungen vor zwölf Jahren mit Faseroptiksystemen gelungen. Gegenüber herkömmlichen Leuchtröhren zeichnen sich diese zum Beispiel durch geringere Wartungskosten aus. Heute ergänzt das Unternehmen seine Faseroptik-Produkte durch LED-Beleuchtungslösungen, die weitere Vorteile wie etwa höhere Energieeffzienz, neue Ausleuchtungsmöglichkeiten und unterschiedliche Farbtöne bieten.

Beispiel Bestuhlung: Auch an den neuen, wegweisenden Business-Class-Flugzeugsitzen von Recaro, wie sie in Maschinen von Airbus und Boeing eingesetzt werden, hat SCHOTT in punkto Beleuchtung maßgeblichen Entwicklungsanteil. Der Langstrecken-Sitz lässt sich über Elektromotoren individuell einstellen. Per Knopfdruck kann daraus sogar ein komfortables Bett werden. Auch hier ist SCHOTT als Hersteller der elektronischen Steuerung für Recaro tätig.
Airlines nutzen die Möglichkeiten kreativer Beleuchtung mit LED-Technik immer stärker. SCHOTT gehört auf diesem Gebiet zu den führenden Herstellern für die Luftfahrt.
Clou ist jedoch die Beleuchtungslösung: Die Leselampe wurde so in der Kopfstütze eingebaut, dass der Lichtkegel dem Passagier optimales Lesen ermöglicht, die Mitflieger davon aber nicht gestört werden. Trotz aufwändiger Technik ist der Leistungsverbrauch – auch dank der SCHOTT Technik – beispiellos gering. Er beträgt nur wenige Watt pro Sitz – nicht einmal so viel wie eine normale Zimmerleuchte.

Die Kombination von Faseroptik und LED-Technik bietet nicht nur am Sitz Vorteile. So ist es mit Hilfe der Faseroptik möglich, an der Kabinendecke einen dezent erleuchteten Sternenhimmel entstehen zu lassen. Dieses Ambiente können Passagiere schon bald in der Praxis erleben. Ähnliche Effekte haben Leuchtrahmen für die Flugzeugfenster oder an der Unterseite des Gepäckkastens installierte LED, deren angenehme Beleuchtung die Bordmenüs besonders appetitlich macht. In Zukunft werden solche Möglichkeiten kreativer Beleuchtung im Flugzeug stärker ausgeschöpft. Für die Fluggesellschaften entstehen damit ganz neue Chancen der Kabinengestaltung und Differenzierung im starken Konkurrenzkampf.

Faseroptik dient der Sicherheit

Der Einsatz von Faseroptik im Flugzeug bietet nicht nur interessante Möglichkeiten der Innenraum-Gestaltung. Ein weiteres Zukunftsfeld ist die Datenübertragung. Geht es darum, Informationen zu übermitteln, haben Glasfasern viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Metallkabeln. Einer davon ist im Luftverkehr besonders wichtig: die Sicherheit. Glasfasern altern nur wenig. Sie sind chemisch und thermisch sehr stabil. Kommt es zu einer Beschädigung des Kabels, entstehen bei Glasfaserverbindungen – anders als bei Metallkabeln – keine gefährlichen Funken. Genau dadurch ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Flugzeugunglücken gekommen.

Und der Kabelbedarf in den Maschinen steigt – zum Beispiel durch immer komplexere Infotainment-Systeme. Der Einsatz von Faseroptik könnte hier für eine deutliche Entlastung sorgen. Das gilt besonders für eine Neuentwicklung von SCHOTT. Das Unternehmen hat neue Kabelhüllen aus Glasseidengeflecht für Lichtleitfasern entwickelt. Das Material ist nicht mehr entflammbar und stellt damit eine ideale Lösung angesichts weltweit wachsenden Kabelbedarfs dar.