Interview

Innovator Henning Krog Iversen: „Wir verkaufen Möbel zum Heizen.“
Klaus Jopp

Heizmöbel aus Dänemark

Henning Krog Iversen ist seit über 25 Jahren ein Wegbereiter innovativer Kaminöfen. Fast ebenso lange kooperiert er mit SCHOTT als einzigem Glaslieferanten.

Frage: Herr Krog Iversen, wie wirken sich die steigenden Energiepreise auf Ihren Absatz aus?

Antwort: Wir hatten zuletzt ein starkes Wachstum in Deutschland, dort konnten wir durch besseren Service Marktanteile gewinnen. Die höheren Energiepreise beflügeln aber eher die Nachfrage nach Pelletöfen, die wir nicht fertigen.

Frage: Was sind die Kernkompetenzen von Krog Iversen in Sachen Kaminöfen?

Antwort: Unsere SCAN-Kaminöfen sind eine Mischung aus Technik und Design. Eine gute technische Qualität wird von unseren Kunden vorausgesetzt. Darüber hinaus gibt es einen klaren Trend zu hochwertiger Gestaltung. In diesem Sinne verkaufen wir „Möbel zum Heizen“.

Frage: Sie setzen schon lange die transparente Glaskeramik SCHOTT Robax® als Sichtscheibe für den Ofenbau ein. Wie begann diese Zusammenarbeit?

Antwort: 1985 haben wir versucht, eine rund gebogene Glaskeramik herzustellen. SCHOTT hat das dann professionell weiterentwickelt. Das war die Geburtsstunde der gebogenen transparenten Glaskeramik für den Kaminofen. Weitere Entwicklungen waren die zweimal im Winkel gebogene und die um 180 Grad gebogene Kaminsichtscheibe.
Quelle: Krog Iversen
Frage: Wirken sich rund gebogene Scheiben vorteilhaft auf die Effizienz der Öfen aus?

Antwort: Die gebogene Scheibe hat keinen Einfluss auf die Verbrennung, ist aber ein wichtiges Gestaltungselement. Unsere Kunden wünschen sich immer größere Scheiben, um die Flammen noch besser genießen zu können. Deshalb sind die 180°-Modelle auch ein Verkaufsschlager.

Frage: Wie viele Öfen bauen Sie pro Jahr?

Antwort: Nach 22.000 Kaminöfen im letzten Jahr wollen wir 2006 sogar 25.000 verkaufen – überwiegend mit SCHOTT Robax® Scheiben.

Frage: Wo gelten die höchsten Umweltstandards für Heizgeräte?

Antwort: Die Verbrennungstechnik und die daraus resultierenden Grenzwerte für Luftschadstoffe richten sich nach den bestehenden Normen, die in den vergangenen Jahren immer strikter wurden. Wir erfüllen weltweit die schärfsten Anforderungen. In den USA werden die Schadstoffgrenzwerte 2007 nochmals halbiert, ebenso in Norwegen. Das ist für ein innovatives Unternehmen wie Krog Iversen sogar ein Vorteil.

Frage: Das Umluftsystem von Krog Iversen gilt als sehr fortschrittlich. Was ist das Besondere daran?

Antwort: In den 90er Jahren haben wir ein Verfahren entwickelt, um die Verschmutzung der Scheiben zu vermeiden. Ein warmer Luftstrom von mehr als 150 Grad Celsius hält das Glas frei von Ruß. Diese Lösung hat inzwischen die gesamte Branche übernommen.
Ergänzende Informationen
Firmengründer Henning Krog Iversen