solutions 1/2006 – Ergänzende Informationen

So funktioniert ein Parabolrinnen-Kraftwerk

Solarthermische Kraftwerke nutzen den direkten, nicht von Wolken gestreuten Anteil der Sonnenstrahlung, um ihn mit Spiegeln zu konzentrieren. Bei Parabolrinnen-Kraftwerken sind die Spiegelsegmente parabolisch geformt und bilden bis zu 400 Meter lange Rinnen. Diese werden über ihre Längsachse dem Stand der Sonne nachgeführt und konzentrieren das einfallende Licht in der Brennlinie der Spiegel bis zu 80-fach auf Absorberrohre aus Edelstahl, die mit einer Glashülle vakuumdicht isoliert sind: die so genannten Receiver.

Das Hüllrohr des Receivers von SCHOTT ist mit einer abriebfesten Antireflexschicht versehen, die über 96 Prozent der Sonnenstrahlung durchlässt. Auf dem Absorberrohr sorgt eine keramisch-metallische Beschichtung dafür, dass 95 Prozent der Strahlung absorbiert und maximal 14 Prozent der Wärme abgestrahlt werden. In den vier Meter langen, aneinander gekoppelten Receivern fließt ein Thermoöl, das sich bis auf 400 Grad Celsius aufheizt. Über einen Wärmetauscher erzeugt das heiße Öl Wasserdampf. Wie in einem konventionellen Kraftwerk gelangt dann der Dampf unter Druck in eine Turbine, die den Generator antreibt. Überschüssige Hitze lässt sich zwischenspeichern, um erst später Dampf zu erzeugen. Somit ist eine Stromproduktion rund um die Uhr auch ohne Zufeuerung fossiler Brennstoffe möglich.
Quelle: SCHOTT AG