Michel André
Hoffnung auf große Innovationen

Interview mit Michel André

Innerhalb der CEA leitet Michel André das LMJ-Projekt. Der französische Physiker ist ein Pionier der Lasertechnik. Seit fast 30 Jahren bearbeitet er dieses Gebiet insbesondere unter plasmaphysikalischen Aspekten.

Frankreich verfügt mit PHEBUS bereits über einen sehr leistungsstarken Laser. Wozu also eine noch größere Anlage?

André: In diesem Fall kommt es wirklich auf die Größe an! Für unsere Experimente schreibt die Physik bestimmte Parameter vor. Keine existierende Anlage erreicht diese Werte, LMJ wird es tun.

Damit betreten Sie wissenschaftliches Neuland. Wieso sind Sie so sicher, dass LMJ funktioniert?

André: Erstens planen wir LMJ seit vielen Jahren sehr gewissenhaft. Zweitens haben wir Partner in Forschung und Industrie gewählt, die die gleichen hohen Maßstäbe anlegen wie wir. Und drittens haben wir mit dem LIL die Möglichkeit, das Konzept weiter zu verfeinern und zu verbessern.

Über den endgültigen Aufbau ist demnach noch nicht entschieden?

André: Ja und Nein. Die wichtigsten Komponenten wie das Laserglas liegen fest. Andere müssen wir nun testen. Wir erwarten von unseren Lieferanten, dass sie Lösungen jenseits des heutigen Stands der Technik bereitstellen. Falls etwa SCHOTT neue vielversprechende Technologien bietet, schauen wir gerne genauer hin.

Gibt es für LMJ etwas wie eine Vision?

André: Zunächst erwarte ich technologische, wissenschaftliche und wirtschaftliche Fortschritte. Daneben glaube ich fest daran, dass LMJ weitere Innovationen mit sich bringt. Als der Laser 1960 entwickelt wurde, ahnte schließlich auch niemand, dass er heute fester Bestandteil unseres täglichen Lebens ist.