Schaufenstergestaltung

Inge Keller-Hoehl, SCHOTT Schweiz

Ein Werbespot auf Glas

„Amiran“ Scheiben als Film-„Leinwand“: Eine der europaweit ersten Anwendungen dieser Art hängt in einem Pilot-Geschäft von Ericsson in Bern.

So mancher Passant, der durch die Neuengasse in der Berner Altstadt läuft, bleibt verwundert stehen: Auf dem Trottoir bewegen sich Bilder. Ein Blick durch das Ericsson-Schaufenster nebenan offenbart die Ursache. Auf einer großen Glasscheibe, die im Geschäft von der Decke hängt, läuft ein Werbespot. Die Gesichter spiegeln sich auf dem Trottoir wider. Der durchsichtige Bildschirm aus Glas liefert Informationen, verstellt aber nicht den Blick ins Innere des Ladens. Die klaren Kontraste und die Brillanz der Bilder werden vom Tageslicht nicht beeinträchtigt.

„HoloPro“ – transparente Projektion

Was Ericsson, Weltkonzern im Bereich Telekommunikation, in Bern für die Schaufenstergestaltung einsetzt, wird „HoloPro“ genannt oder auch „holografische Projektionsfläche“. Zwei „Amiran“ Scheiben von SCHOTT sind mit einer Spezialbeschichtung verbunden und entwickeln so spezielle Eigenschaften. HoloPro ist ein transparentes Projektionsmedium, man schaut hin und schaut gleichzeitig hindurch.

Publikumsmagnet mit hoher Qualität

Christophe Friedli von Ericsson Schweiz ist zufrieden. Im Winter wurde das Ericsson Geschäft eingeweiht, und die Kunden sind begeistert. „Unser Schaufenster ist wie ein Magnet. Vor allem bei Dunkelheit knallen die Farben so richtig aus dem Fenster heraus.“ Wer hatte die Idee für den Einsatz von HoloPro? Das Projektteam sei damals im Internet auf diese Anwendung gestoßen, sagt Friedli. Dann habe man ein Gesamtkonzept für die Ladengestaltung entwickelt. Devise: Helligkeit und Freundlichkeit. Seines Wissens habe Ericsson weltweit eine der ersten HoloPro-Anwendungen im Einzelhandel realisiert. Lieferant war die Schweizer Firma Decatron in Volketswil.

Über einen Projektor in der Decke wird die Glas-„Leinwand“ angesteuert. „Die Bild-Qualität ist super“, sagt Friedli, „selbst wenn die Sonne ins Schaufenster scheint.“ Das Ericsson-Geschäft in Bern ist ein Pilot. Nach einem Jahr wird entschieden, ob noch weitere Läden mit dieser Gestaltung folgen werden. Würde HoloPro auch in anderen Ericsson-Shops eingesetzt, könnte man die Werbespots zentral programmieren und steuern, schwärmt Friedli. Dann liefe auf allen Glas-Bildschirmen in der Schweiz zur gleichen Zeit der gleiche Film ab.