Funktionsgläser

Durch entspiegeltes „Amiran“ können die Reporter und Gäste von der Pressekabine des Stadions aus ohne störende Reflexionen auf das Spielfeld blicken.
Silke Scharhag, Journalistin, Mainz

Besserer Blick

Im Millennium-Stadium in Cardiff (Wales/UK) haben Live-Kommentatoren und ihre Gäste freie Sicht auf das Spielfeld: entspiegeltes „Amiran“ von SCHOTT Spezialglas AG, Standort Grünenplan verhindert irritierende Reflektionen.

Wenn der Volksmund sagt, dass der Ball rund ist, dann hat er nicht immer recht: Der Ball beim Rugby heißt Ei und ist oval. Oval ist auch das Millennium-Stadium in Cardiff, das im Oktober 1999 wie Phönix aus der Asche einer alten Sporthalle entstieg und seine neu erbauten Pforten öffnete, rechtzeitig zum Rugby World Cup im selben Jahr. Es ist ein Sporttempel der Superlative: Die Arena ist 222 Meter lang und 181 Meter breit. 72.500 Zuschauer finden dort Platz. Abseits des Sports bieten sieben Restaurants, 22 Bars und 16 Verkaufsräume auch nach den Spielen genügend Zeit, sich dort weiter zu amüsieren.

„Amiran“ für die Pressekabine

Damit das für das Rugby typische Gedränge von den Sport-Kommentatoren auch richtig verfolgt werden kann, haben sich die Bauherren bei der Ausstattung der Pressekabine des Millennium-Stadium für das entspiegelte „Amiran“ entschieden. Der Reflexionsgrad des Funktionsglases liegt bei unter 1% im Gegensatz zu 8% bei normalem Fensterglas. Vier Fenster mit einer Dicke von rund elf Millimetern und einer Gesamtfläche von rund acht Quadratmetern bieten den Journalisten ungestörten Blick auf das Spielfeld. Weder irritieren Reflektionen, die durch das bei schönem Wetter zu öffnende Dach des Stadions entstehen könnten, noch verengen Markisen das Sichtfeld, denn sie sind beim Einsatz entspiegelter Gläser nicht notwendig. Die „Amiran“ Verglasung wurde von EG Glass, West Yorkshire/UK, geliefert und von Denver Aluminium, Cardiff, eingebaut.

Doch nicht nur Sportjournalisten und ihre Interviewpartner profitieren von der Verglasung mit „Amiran“, sondern auch die Spieler, die durch die Beleuchtung innerhalb der Pressekabine nicht abgelenkt werden. Die Architekten gewannen in der Phase des Baus insgesamt ein Plus an Gestaltungsfreiheit, da auf Markisen oder andere vor Licht schützende Konstruktionen verzichtet werden konnte.

Tradition und Moderne

Die Bauherren verfolgten bei der Realisierung des Projekts ein wichtiges Ziel: die Sportstätte sollte einen Blick zurück auf das alte Jahrhundert und gleichzeitig einen Ausblick auf das neue Jahrtausend bieten. Mit Erfolg: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereinen sich im Millennium-Stadium.

Erbaut mit rund 40.000 Tonnen Beton und 12.000 Tonnen Stahl residiert jetzt ein neues Gebäude mit allen technischen Raffinessen auf dem Fundament einer geschichtsträchtigen Sportstätte. Das Millennium-Stadium in Cardiff ist eines der wenigen Stadien, dessen Dach bei guter Witterung zurückgezogen werden kann, den Sportbegeisterten den Blick auf den blauen Himmel freigibt und so das Spielgeschehen noch ein bisschen natürlicher und urtümlicher erscheinen lässt.

Rugby ist der Nationalsport von Wales, deren Fangemeinde entsprechend groß und leidenschaftlich. Das neue Millennium-Stadium bietet die Möglichkeit internationaler Wettkämpfe und reflektiert nicht zuletzt auch das Prestige, das die Sportart Rugby bei den Walisern genießt.