Brandschutz

Aus Brandschutzgründen sind die Flure zum Atrium ab dem achten Stockwerk mit „Pyran S“ verglast. Glassysteme mit „Pyran S“ können im Brandfall durch ihre unsichtbaren schutztechnischen Eigenschaften Flammen- und Rauchgasdurchtritt bis zu zwei Stunden verhindern.
Anne-Marie Ring-Heber, Journalistin, München

Gläsernes Hitzeschild

Im Hilton Frankfurt ermöglichten Verglasungen mit „Pyran S“ Spezialglas von SCHOTT eine wirtschaftliche Brandschutzlösung der großzügigen Glasarchitektur.

Das neu errichtete Hilton Frankfurt liegt absolut zentral – direkt an der Börse, wenige Gehminuten von der Alten Oper und dem Bankenviertel. Die Architektur des imposanten Gebäudes beeindruckt den Besucher mit modernen Glasfassaden und lichtdurchfluteten Innenräumen. Durch den Haupteingang betritt man die Hotelhalle mit Rezeption, Lounge, Bar und Brasserie. Das Erdgeschoss ist überwiegend als offener Raum konzipiert, die einzelnen Funktionen sind auf unterschiedlichen Ebenen angeordnet, um immer wieder die Aussicht auf den benachbarten Park zu gewähren.

Beeindruckendes Atrium

Das 13-stöckige Hotel hat 342 Zimmer, Executive Floor sowie 14 Suiten. Die Gästezimmer verteilen sich auf zwei leicht geschwungene Flügel, die durch einen Verbindungstrakt erschlossen werden. Sie umschließen ein Atrium in voller Höhe des Gebäudes, dessen Westwand als Glaswand und dessen oberer Abschluss als gläsernes Dach ausgebildet sind. Das Atrium ist die Besonderheit dieses Hotels. Es erhebt sich mitten durch die Anlage 45 Meter hoch bis zum First. Auf zwei Seiten führen Erschließungsflure an diesem Atrium vorbei, auf der dritten Seite sind Aufzüge sowie die Gästezimmer mit Blick ins Atrium angebracht. Die Erschließungsflure für die Gästezimmer dienen gleichzeitig als Fluchtwege. Aus diesem Grund mussten hier besondere Maßnahmen getroffen werden, denn im Brandfall wirkt das Atrium wie ein Kamin. Sollte es im Foyer brennen, muss der Fluchtweg auch in den oberen Etagen sichergestellt sein. Bis zum siebten Obergeschoss sind diese Flure offen; sie werden im Brandfall durch Rauchgasschürzen geschützt, die aus der abgehängten Decke gefahren werden. Ab dem achten Obergeschoss sind die Flure mit einer G-30-Verglasung voll verglast. Diese Brandschutzverglasungen verhindern den Flammen- und Brandgasdurchtritt für mindestens 30 Minuten. Bei den Fenstern der zum Atrium hin orientierten Gästezimmer in den unteren Etagen schützen die Verglasungen die Gästezimmer gegen Raucheintritt und Brandüberschlag von außen.

Plus an Sicherheit

Das Entrauchungskonzept des Atriums ist in enger Kooperation zwischen Architekt, Brandschutz-Sachverständigem, Glashersteller und den Genehmigungsbehörden entstanden. Bei den verwendeten Gläsern handelt es sich um „Pyran S“ von SCHOTT, das je nach Brandschutz-Anforderung in verschiedenen Konstruktionen eingesetzt wurde. „Pyran S“ ist ein vorgespanntes monolithisches Borosilicatglas, das durch seine unsichtbaren schutztechnischen Eigenschaften Flammen- und Rauchgasdurchtritt bis zu zwei Stunden verhindert. Niedrige Wärmeausdehnung, hohe Festigkeit und die Konstruktion bewirken, dass „Pyran S“ die Aufheizphase in Brandprüfungen sicher übersteht. Das Glas erreicht durch sein selbst im Brandfall nur zähes Fließverhalten beträchtliche Standzeiten auch in einfachen Rahmensystemen. Davon profitieren vor allem die Elementhersteller: SCHOTT und seine Partner haben bereits über 30 zugelassene Systeme mit „Pyran S“ entwickelt – in Holz-, Metall-, Aluminium-, Stahlrahmen und als leichte Trennwand.

Wirtschaftliche Lösung

Die Architekten haben es in enger Abstimmung zwischen der Baubehörde und der Feuerwehr geschickt verstanden, die konstruktiven Möglichkeiten moderner Brandschutzgläser zum wirtschaftlichen Vorteil des Bauherrn zu nutzen. Entstanden ist ein offenes Haus, das seine Gäste schon weithin sichtbar willkommen heißt.