National Science Museum

Die großzügige transparente blaue Glasfassade mit „Imera“ Farbglas ermöglicht eine sehr weiche und diffuse Ausleuchtung des Raumes.
Gerrit Prinssen, Simone Rastelli-Ebcinoglu, Journalistinnen, Hannover

Der gigantische blaue Flügel

Eine faszinierende blaue Glasfassade, bei der „Imera“ Farbglas von SCHOTT Spezialglas AG, Standort Grünenplan eingesetzt wird, bestimmt das Licht im Erweiterungsbau des Londoner National Science Museum.

Kontrastvoller und imposanter hätte der Anbau des altenglischen Science Museums in London kaum ausfallen können: Seit Juni 2000 bildet ein großer blauer Glasflügel ein reizvolles Gegengewicht zur barocken Fassade. Dem Architekten dieses transparenten Baus, Charles Colett aus dem Büro MacCormac, Jamieson and Prichard, London, gelang es, unterschiedlichste Ansprüche zu vereinen. Der 10.000 Quadratmeter große Anbau vereint Ausstellungsflächen, ein Imax-Kino, Gastronomie- und Verkaufsflächen in einer großen, ungeteilten Halle.

Funktionale Ästhetik

Insbesondere bei der blauen Glasfassade des Wellcome Wings war ein intelligentes Kunstwerk ausgefeilter Technik gefragt, denn es galt, Tageslicht zu reduzieren, die Ausstellungsstücke nicht blau erscheinen zu lassen und dabei auch noch Transparenz zu wahren.

Was so leicht und überzeugend wirkt, ist das Ergebnis zahlreicher Tests, um den richtigen Glasverbund zu finden. Die Ausstellungsstücke dürfen natürlich nicht unter der Sonnenstrahlung leiden, trotzdem plante man eine großzügige transparente Glasfläche.

Nach einer fast dreijährigen Testphase fiel die Wahl auf ein Isolierglas des Unternehmens Okalux (Marktheidenfeld/Deutschland), bestehend aus einer klaren Floatglasscheibe, einer 8 Millimeter dicken blauen „Imera“ Farbglas-Scheibe von SCHOTT Spezialglas AG, Standort Grünenplan und einem besonders verspiegelten Lamellensys-tem im Scheibenzwischenraum. Diese Lösung erfüllte sowohl gestalterische Ansprüche – der gesamte Raum wird sehr weich und diffus ausgeleuchtet – und erwies sich zudem als äußerst energiefreundlich: Eine optimale Tageslichtregulierung durch das Lamellensystem spart Heiz- und Beleuchtungskosten.

Infos, die Spaß machen

Der neue Anbau des Londoner Science Museums vereint moderne Wissenschaft und ästhetisch-futuristische Architektur.
In dem neuen Anbau decken die verschiedenen Ausstellungen ein breites wissenschaftliches Spektrum des ausgehenden 20. Jahrhunderts ab und gestatten einen visionären Blick in die Wissenschaft der Zukunft.

Besonders harmonisch fügt sich zum Beispiel das Robot Aquarium in das blaue Umfeld ein. Inspiriert von der Vollkommenheit der Natur entwickelten Techniker den Robot Lobster: Ausgestattet mit der Beweglichkeit, Sensibilität und Stabilität eines Hummers wird der Robot Lobster zum Entschärfen alter Minen in trüben Gewässern eingesetzt.

In „mice on morphine“ hingegen findet ein medizinisch und gesellschaftspolitisch brisantes Thema seinen Raum: Präsentiert wird hier ein tierisches Protein, das von amerikanischen Wissenschaftlern in naher Zukunft auch dem Menschen zur Verfügung gestellt werden soll. Das Besondere dieses Proteins: Die Toleranzgrenze des Körpers gegenüber Medikamenten, Alkohol oder anderen Drogen wird herabgesetzt – nur minimale Dosen eines Wirkstoffs führen zur vollen Wirkung. Müssen nur geringe Mengen eines Stoffes eingenommen werden, treten auch Nebenwirkungen nicht mehr in herkömmlicher Stärke auf. Dieses Forschungsprojekt könnte ein neues Mittel im Kampf gegen das Suchtproblem bedeuten, das vermeidet, dass sich der Körper an bestimmte Drogen gewöhnt und immer mehr davon verlangt.

Date mit der Wissenschaft

Ansprechend und spannend präsentiert das Science Museum Entdeckungen und Errungenschaften seit Beginn des Industriezeitalters.
Zugleich gestattet es einen visionären Blick in die Zukunft.
Das von 1909 bis 1913 gebaute Science Museum beherbergt Entdeckungen und Errungenschaften seit Beginn des Industriezeitalters. „Puffing Billy“, eine der ältesten Dampfloks aus dem Jahr 1813 in der Abteilung Land Transport, frühe Raketenmodelle in der Space Gallery und Schaustücke zur Geschichte der Luftfahrt im Flight Lab bieten hier einen faszinierenden Eindruck der industriellen Vorrangstellung Englands seit dem 18. Jahrhundert. Täglich schlüpfen Schauspieler in die Rolle berühmter Wissenschaftler und lassen das Publikum wichtige Entdeckungen hautnah miterleben. Kinder können ihrer Fantasie in besonderen Ausstellungsräumen im Untergeschoss freien Lauf lassen.