Beleuchtungsoptik

Reflektoren von SCHOTT Auer werden bei Barco in das Lampengehäuse eingesetzt.
Jürgen Breier, SCHOTT GLAS

Brillant inszeniert

Barco ist weltweit Technologieführer bei Großbild-Visualisierungssystemen für den professionellen Einsatz. Zukünftige Entwicklungsschritte sind besonders von der Leistungsfähigkeit der Reflektoren abhängig.

Was haben die 850-Jahr-Feier Moskaus, das Weltwirtschaftsforum in Davos, die Salzburger Festspiele, die „Oscar“-Verleihung in Hollywood, die Amtseinführung von US-Präsident George W. Bush und die weltweiten Tournees von bekannten Bands und Musikern wie Bryan Adams, Bon Jovi, Madonna und U2 gemeinsam? Wo immer es um publikumswirksame Inszenierungen geht, ist Barco mit seinen Großbildprojektoren im Einsatz und lässt die Zuschauer – ob in Sälen, Theatern oder unter freiem Himmel – hautnah das Geschehen miterleben.

Barco nimmt neben der Bildprojektion auch in einer Reihe von anderen Geschäftsfeldern hinsichtlich Technologie und Qualität eine Spitzenposition ein. Der Aspekt der Visualisierung ist dabei die verbindende Klammer. Vom Headquarter in Kortrijk (Belgien) aus werden die weltweiten Aktivitäten gesteuert und koordiniert. Das Unternehmen verdoppelte seit 1995 seinen Umsatz auf zuletzt 751 Millionen Euro. Davon wird knapp die Hälfte in der EU realisiert, ein weiteres Drittel in den NAFTA-Staaten und rund 15 Prozent in Asien. Entsprechend der expansiven Geschäftsentwicklung in den zurückliegenden Jahren hat sich auch die Mitarbeiterzahl auf nunmehr 4.900 erhöht.

Radio-Fertigung als Urzelle

Rückblende: Im belgischen Kleinstädtchen Poperinge wird 1934 die „Belgian American Radio Corporation“, kurz Barco, als Hersteller von Radiogeräten gegründet. In den 50er Jahren erweitern Fernsehgeräte das Angebot. Eine veränderte Wettbewerbssituation führt in den 70er Jahren zum Rückzug aus den Consumer-Märkten. Alle Kräfte konzentrieren sich fortan auf das Business-to-Business-Geschäft. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Barco bereits als Anbieter von automatischen Kontrollsystemen für die Textilindustrie und von Monitoren für Fernsehstudios einen guten Ruf erworben. Beide Aktivitäten gehören auch heute noch zu den Geschäftsbereichen des multinationalen Unternehmens.

Digitale Projektoren: Große Leistung, kompakte Maße

Das Schwergewicht im Portfolio von Barco bildet allerdings der Geschäftsbereich Projektionssysteme mit einem Umsatz von rund 250 Millionen Euro. 1980 erfolgte der Einstieg in dieses Segment mit Bildröhrenprojektoren für die Vorführung von Spielfilmen in Passagierflugzeugen. Die Technologie der Kathodenstrahlröhre (CRT) mit ihrer hohen Auflösung und guten Farbwiedergabe ist heute noch state-of-the-art für das schnell wachsende Segment der Heimkinos. Die jüngste Projektoren-Generation, „Barco Cine“, integriert TV, Video, DVD und PC einschließlich Internet. Ein Meilenstein in der Produktgeschichte war der erstmalige Einsatz von Projektoren auf LCD-Basis (Liquid Crystal Display) 1992. Ein weiterer bedeutender Schritt folgte 1999 mit der Einführung von ELM-Projektoren (Extreme Light Machine) auf der Basis der Digital Light ProcessingTM- (DLPTM) Technologie von Texas Instruments. Seit 1999 entwickelt Barco noch weitere Lösungen auf der Basis Light Emitting Diodes (LED). Diese lichtstarken Dlite- und Ilite-Bildwände werden eingesetzt in Themenparks und Sportstadien, als digitale Anzeigesysteme oder als Großbildwände bei Konzerten und anderen Events. Heute stellt Barco ebenfalls digitale Vorführsysteme für Kino-Anwendungen her. Basierend auf der DLP CinemaTM-Technologie von Texas Instruments sind diese D-CineStar- Projektoren eine Alternative zu herkömmlichen 35-Millimeter-Filmprojektoren.

Die unterschiedlichen Projektionstechnologien und die differenzierten Leistungsmerkmale der einzelnen Geräte eröffnen eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten: Unternehmenspräsentation, Schulung, sportliche, musikalische oder politische Veranstaltung, Innen- und Außenwerbung, Heimkino, digitales Kino, Prozesskontrolle oder Simulation.

Bei den digitalen Hochleistungsprojektoren bildet die Serie 6000 das Kernsegment. Die in Belgien gebauten Geräte zeichnen sich durch hohe Lichtstärke, farbtreue Wiedergabe, kompakte Bauweise, modernes Design sowie Bedienungs- und Wartungsfreundlichkeit aus. „Die Bilder springen dank hoher Lichtstärke, Auflösung und Farbbrillanz förmlich aus der Projektionsfläche“, erklärt Peter De Meerleer, Manager Forschung und Entwicklung bei Barco in Kortrijk begeistert.

Alle Funktionen eines Projektors werden in einem umfangreichen Testprogramm geprüft
Die technischen Spezifikationen des Top-Modells BarcoReality 6500 sind beeindruckend: Lichtleistung 4300 ANSI Lumen, Helligkeitsverteilung > 80 Prozent auf der gesamten Projektionsfläche, Kontrast-Verhältnis > 350:1 (vollständig weiß/vollständig schwarz). Betriebsgeräusche von lediglich 38 dB(A) stören weder den Vortragenden noch lenken sie die Aufmerksamkeit von den präsentierten Informationen ab. Selbstverständlich ist das Gerät kompatibel mit den Fernsehstandards PAL, SECAM, NTSC, verschiedenen Videosystemen, mehreren Computer-Grafik-Formaten sowie mit Macintosh-Programmen. Leichte Bedienung, Langlebigkeit, unkomplizierter Wechsel der Lampe sind bei Projektoren von Barco selbstverständlich. Heute setzt Barco neue Maßstäbe bei der intelligenten Fernsteuerung und dem zentralen Management bei Projektoren. Durch Installation eines optionalen Ethernet 10/100 Base T Interfaces können die Projektoren nun als IP-adressiertes Gerät an ein LAN angeschlossen werden. Der Anwender kann von jedem beliebigen Netzzugang auf alle wichtige Funktionen des Projektors zugreifen oder die generellen Statusinformationen aller Projektoren im Netz abfragen. Der Projektor kann ebenfalls so programmiert werden, dass der Anwender all diese Informationen per E-Mail erhält.

SCHOTT Auer: Motor der Reflektorenentwicklung

Herzstück der 6500-Serie sind „Suprax“ Reflektoren mit einem Durchmesser von 62 Millimetern von SCHOTT Auer. Dieses hochwertige temperaturwechselbeständige Borosilicatglas wird im PICVD-(Plasma Impulse Chemical Vapour Deposition)Verfahren mit reinstem TiO2/SiO2 beschichtet. Die von SCHOTT entwickelte Technologie eignet sich besonders zur Veredelung von dreidimensionalen Substraten mit harten Schichten. „Da die Projektoren immer kleiner und leistungsfähiger werden, sind wir als Reflektorenhersteller besonders gefordert“, erläutert Dr. Jürgen Weichert, Leiter des SCHOTT Geschäftssegments „Beleuchtungskomponenten“ und stellvertretender Geschäftsführer von SCHOTT Auer. Als Partner der Beleuchtungsindustrie bietet das im niedersächsischen Bad Gandersheim ansässige Unternehmen ein besonderes Plus: eine eigene hochmoderne lichttechnische Abteilung. So werden in enger Kooperation mit den Entwicklungsabteilungen der Kunden oder in eigener Verantwortung Performance und Design vorhandener Lichtsysteme, Reflektoren und Linsen optimiert oder völlig neue entwickelt.