Bildverglasung

Die Albertina hat die Verglasung von Exponaten – hier: Klimts Studien zum Bildnis Margaret Stonborough-Wittgenstein – auf „Mirogard Protect“ umgestellt.
Thomas Bucek, SCHOTT Austria GmbH, Wien

Geschützt und unverfälscht

Die Albertina in Wien birgt eine der größten und wertvollsten grafischen Sammlungen der Welt. „Mirogard Protect“ bietet Schutz vor UV-Strahlung und Vandalismus.

Die Albertina umfasst gegenwärtig rund 65.000 Zeichnungen und annähernd eine Million druckgrafische Blätter aller maßgebenden Kunstepochen von der Spätgotik bis zur zeitgenössischen Moderne. Nach einem langen Winterschlaf wurde nun begonnen, sie wiederzubeleben und neu zu strukturieren. Derzeit wird das im historischen Zentrum Wiens gelegene Palais der Albertina, in dem die Kunstwerke untergebracht sind, saniert und zu einem modernen Ausstellungs- und Studienzentrum ausgebaut. Das Palais selbst wird durch ein völlig neues, großzügiges Raumkonzept erschlossen. Zusammen mit der neuen Wechselausstellungshalle werden der Albertina nach Abschluss der Bauarbeiten insgesamt rund 2.000 Quadrat-meter Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen.

Datenbank für Kunstwerke

Der sicheren Lagerung der Sammlung dient ein ebenfalls neu zu errichtender Tiefspeicher. Sein Herzstück ist ein vollautomatisches Hochregallager, das Platz für die 10.000 Kassetten mit den Kunstwerken der Sammlung bietet. Ein computergesteuertes Lagerverwaltungssystem liefert binnen 90 Sekunden jedes gewünschte Objekt bei maximaler Schonung. Im Zusammenhang damit erfassen Mitarbeiter der Albertina seit Februar 1999 in einem bisher einzigartigen, vom österreichischen Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten geförderten Projekt, die digitalen Bilddaten sämtlicher Zeichnungen und Aquarelle in einer Datenbank.

Im Anschluss an den Tiefspeicher entsteht auf vier Etagen ein modern ausgestattetes Studiengebäude mit Lesesälen, Digitalstudios, Bibliothek, Registratur, Repro- und Restaurierabteilung. Es soll das Zentrum des Sammlungsbetriebes der Albertina werden.

Die Um- und Ausbauarbeiten werden im Herbst 2002 abgeschlossen sein. Gemeinsam mit Tiefspeicher, Studiengebäude, neuer Ausstellungshalle und einem völlig neuen Ausstellungskonzept wird die Albertina wieder einen wichtigen Platz in der österreichischen und internationalen Museumslandschaft einnehmen.

Hochwertige Verglasung

Die Erhaltung hochkarätiger Kunstwerke erfordert zunehmend besondere Vorkehrungen. Insbesondere dann, wenn wie im Fall der Albertina, Teilbestände in Wanderausstellungen gezeigt und dadurch besonderen Belastungen ausgesetzt werden. Ein „Zahn der Zeit“ heißt „UV“. Nahezu alle Materialien, die für das künstlerische Schaffen verwendet werden, sind von Substanzschädigungen durch UV-Strahlung betroffen. Seien dies Farben, Leinwände, Holz oder Papier. Die meisten dieser Materialien verlieren an Brillanz. Farben werden blass, matt, büßen ihre Kraft ein, Papier und Holz dunkeln nach. Ein Grund, warum viele Kunstwerke nur bei stark reduziertem Licht präsentiert werden.

Bei den aktuellen Wanderausstellungen hat die Albertina daher die Verglasung ihrer Exponate auf „Mirogard Protect“ umgestellt. Neben höchster Brillanz, Farbneutralität, Reflexionsfreiheit und wirksamem UV-Schutz bietet dieses Verbundglas von SCHOTT Spezialglas AG, Standort Grünenplan zusätzlich mechanischen Schutz, und zwar auf mehrfache Weise. Die zwischen den Glasscheiben verklebte UV-Schutzfolie verhindert bei Bruchschäden eine für Bilder gefährliche Splitterbildung. Deshalb können die für den Transport erforderlichen, aufwendigen Umglasungen sowie das Abkleben herkömmlicher Scheiben entfallen. Sowohl bei Bildern als auch bei Vitrinen bietet das Verbundsicherheitsglas zudem Schutz vor Diebstahl und Vandalismus.

Die Albertina hat der österreichischen Vertriebsgesellschaft SCHOTT Austria bereits signalisiert, dass sie nach der Wiedereröffnung auch bei Ausstellungen im eigenen Haus auf Kunstverglasungen mit „Mirogard Protect“ umstellen wird.