Röntgenschutzglas

Das farbneutrale und ästhetisch wirkende Röntgenschutzglas RD 50 erlaubt in der Kinderkardiologie die Überwachung der Untersuchung.
Geritt Prinssen, Journalistin, Hannover

Hightech fürs Herz

In der kinderkardiologischen Klinik des Herz- und Diabeteszentrums in Bad Oeynhausen wird Röntgenschutzglas von SCHOTT Spezialglas AG, Standort Grünenplan eingesetzt.

In Bad Oeynhausen, einem reizvoll gelegenen Kurort am Südrand des Wiehengebirges, befindet sich das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen. Hier arbeiten vier Kliniken, teilweise interdisziplinär, zusammen: die Klinik für Herz-Chirurgie, Kardiologie, Kinderkardiologie und die Diabetesklinik.

In einem zwei- bis dreigeschossigen Neubau nach Plänen des Architekturbüros B+K aus Bad Oeynhausen, der in Form und Farbe die Grundelemente eines Baukastens wie Kreis, Quadrat, Rechteck und Dreieck sowie die Farben Rot, Blau und Gelb aufgreift, ist die kinderkardiologische Klinik zu Hause.

Auch für kindgerechte Farben und Formen im Innenbereich wurde gesorgt. Diesen gestaltete der Künstler Peter-Thorsten Schulze, auch bekannt als „Oller Hansen“ aus Mühlheim. In dem Gebäude vereinigen sich High Tech und menschliche Wärme, um der breitgefächerten Altersstruktur der kleinen und größeren Patienten gerecht zu werden. Die Spanne reicht von Frühgeborenen bis zu jungen Erwachsenen. Auch ein Elternhaus der Ronald McDonald Kinderhilfe, nach einem Entwurf von Frank O. Gehry, gehört zum therapeutischen Programm.

Unter Leitung von Prof. Dr. Hans Meyer machen Diagnose und Therapie von angeborenen Herzfehlern einen Großteil der Klinikarbeit aus. Mehr als 6.000 Patienten werden pro Jahr untersucht und behandelt.

Schutz vor Röntgenstrahlen

In dem eigenen Kinder-Katheterlabor werden Herzfehler diagnostiziert und teilweise direkt mit dem Herzkatheter behandelt. Für die Diagnose notwendig ist der Einsatz von Röntgengeräten. Und genau hier kommt das Strahlenschutzglas RD 50 von SCHOTT Spezialglas AG, Standort Grünenplan zum Einsatz. Eine großzügige Kabine, ausgestattet mit diversen technischen Geräten, macht mit Hilfe eines vier Meter breiten und 85 Zentimeter hohen RD 50 Fensters die unkomplizierte Überwachung des Röntgenraums möglich. Das Fenster setzt sich aus zwei Scheiben zusammen, die mit einer Schnittfläche von 45 Grad gegeneinander gesetzt sind. Aus Stabilitätsgründen wurden sie anschließend lose im „Sandwichverfahren“ beidseitig mit Floatglas verbunden. Auf diese Weise gelang der Firma Gustav Graaf, Hamburg, die Fertigung der bisher größten Einzelscheibe aus RD 50 ohne optische Unterbrechung. RD 50 enthält in seiner Glaszusammensetzung einen Bleigehalt von mehr als 65 Prozent und hat somit eine hohe Dichte. Selbst bei vergleichbar geringer Dicke erreicht das Glas hohe Absorptionswerte und schützt so mit hervorragender Zuverlässigkeit vor den Röntgenstrahlen. Es entspricht den Anforderungen nach IEC 61331-2 und DIN 6841.