Licht-Technik

Die Ausstellungsvitrine besteht aus Metall mit einer äußeren Fassung aus massivem Walnussholz. Sie ist feuerbeständig, klimatisiert und diebstahlgeschützt. Die Dokumente werden mit Faseroptik beleuchtet.
Mary Frances Scott, SCHOTT GLAS, Mainz

Behutsam beleuchtet

Die „Independence Hall“ in Philadelphia gilt als die Geburtsstätte der Vereinigten Staaten von Amerika. Heute sind hier historische Dokumente ausgestellt, welche die Geschichte dieser jungen Nation prägen – ins rechte Licht gerückt mit Faseroptik von SCHOTT.

Die Unabhängigkeits-Erklärung, die „Articles of Confederation“ und die Verfassung der Vereinigten Staaten wurden allesamt in der Independence Hall verfasst. Diese Schriftstücke beinhalten die Prinzipien des repräsentativen Regierungssystems der USA und sind nationale Dokumente von unschätzbarem Wert. Obwohl die Schriftstücke über 200 Jahre alt sind und ihr Erhalt von höchster Bedeutung für die zuständige Nationalpark-Verwaltung ist, kommt eines nicht in Frage: Die Dokumente in einem Safe zu verwahren, um sie vor Beschädigungen zu schützen. Im Gegenteil: sie werden zur Zeit im restaurierten Westflügel der Independence Hall ausgestellt. Hierbei handelt es sich ausschließlich um historische Drucke von Kopien, die an die Delegierten in den jeweiligen Ratifizierungs-Prozessen verteilt wurden. Die unterzeichneten, handgeschriebenen Originale sind im National Archiv in Washington, D.C. ausgestellt.

Schutzhülle aus Argon

Für die Präsentation in der Independence Hall wurden die Schriften gesäubert, ausgebessert und luftdicht versiegelt. Da der Kontakt mit Sauerstoff zu einer Vielzahl chemischer Reaktionen bei organischen Materialien führt, hat man die Dokumente in einem speziellen Kunststoff eingeschweißt. Um dem natürlichen Zersetzungsprozess entgegenzuwirken, werden sie in einer mit Argon gefüllten Box aus Glas und Aluminium aufbewahrt. Bei Bedarf kann das Gas über eine Öffnung im Gehäuse nachgefüllt werden.

Darüber hinaus ist die Ausstellungsvitrine klimatisiert, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf konstantem Niveau zu halten. Da die Schriftstücke mit einer faseroptischen Beleuchtung angestrahlt werden, kann keine schädliche Hitze entstehen. Die Lichtquellen befinden sich zudem nicht in der Vitrine, sondern in einer Entfernung von rund sieben Metern. Bereits im Strahler werden die UV- und Infrarot-Anteile des Lichts herausgefiltert; und auch die Lichtstärke wird durch Metallfilter direkt im Strahler kontrolliert.

Viele Lichtpunkte

Jedes Schriftstück wird mit zwei „LightBars“ erhellt, die SCHOTT Fibre Optics in Doncaster, England, herstellt. Die Lichtpunkte ermöglichen eine äußerst schonende Beleuchtung. „Eine große Herausforderung bestand in der gleichmäßigen Ausleuchtung ohne Schatten. Das ist uns mit den Lichtschienen ganz hervorragend gelungen“, erklärt Larry Bowers von der National Park Verwaltung. „Wegen der verschiedenen Papierarten und der Veränderungen durch Umweltauswirkungen verwenden wir Lichtstärken von 30 bis 50 Lux. Damit erreichen wir ein einheitliches Erscheinungsbild der Dokumente insgesamt.“ Für Bowers zeichnet sich die faseroptische Beleuchtung zudem durch einen geringen Wartungsaufwand aus: „Faseroptische Lichtleiter arbeiten verschleißfrei, und weil die Lichtquellen langlebig sind, erweisen sie sich als sehr benutzerfreundlich für unser Wartungs-Team“.