SCHOTT auf der Expo

Silke Scharhag

Ein Brunnen als Pendel

Keramik, Stahl und ein runder High-Tech-Spiegel von SCHOTT Spezialglas AG, Standort Grünenplan sind die Elemente des bei der EXPO 2000 ausgezeichneten innovativen Brunnens von Ulrich Witzmann.

Wasser gleitet in sanften Wellen an den Rillen eines drei Meter hohen Keramikzylinders entlang, verliert sich in dem Kreisrund einer mit Lichtkegeln beleuchteten Spiegelplatte und plätschert dem Betrachter nicht wie erwartet vor die Füße, sondern verschwindet im Stahlkegel unterhalb des Spiegels. Entgegen der Erwartungen verharrt das Objekt nicht, sondern schwingt von einem zum anderen Punkt: Das sind die Rätsel des „Pendulum Alpha“, einem Brunnen des Keramikermeisters und -gestalters Ulrich Witzmann aus Nieder-Olm.

Gedanklicher Ausgangspunkt ist das Foucaultsche Pendel in Paris, dessen Schweben den Künstler fasziniert: „,Alpha’ nun steht für A, wie Anfang, oder aber die schwebende Raumstation, die unsere Erde umkreist.“ Der 45-Jährige vereinte in dem Brunnen seine Liebe zu technischen und physikalischen Vorgängen mit seiner Leidenschaft für visionäre Modelle. Seinen Arbeitsstil prägen geometrische Figuren wie Zylinder, Kugeln oder Kegel. Bei dem visionären Brunnen treffen Elemente verschiedener Epochen zusammen: Keramik als einer der ältesten Werkstoffe sowie ein Hightech-Spiegel mit einem Meter Durchmesser aus dem Material, welches für „Aspherix“ Autorückblickspiegel eingesetzt wird. Gefertigt bei SCHOTT Spezialglas AG, Standort Grünenplan als Prototyp in der regulären Produktion, gilt der Spiegel als gelungenes Experiment. Das Wasserobjekt findet seine endgültige Bleibe auf dem Aachener Stadtplatz.