Licht-Architektur

Nur einen Steinwurf vom Brandenburger Tor entfernt befindet sich das neue Gebäude der DG Bank.
Barbara Gallagher, Journalistin Yonkers, N.Y./USA

Schwebende Skulptur

Designer, Architekten und Ingenieure von Weltruhm haben sich zusammengetan, um ein außergewöhnliches Projekt zu verwirklichen: die größte Lichtskulptur der Welt. Sie strahlt mit „Duran“ Komponenten von SCHOTT.

Was haben Röhren aus Glas und eine Lichtskulptur gemeinsam? Für den Stararchitekten Frank O. Gehry und den Glasdesigner Nikolas Weinstein eine ganze Menge. Denn die beiden kreativen Köpfe wollten in einem internationalen Projektteam aus „Duran“ Röhren von SCHOTT die größte Lichtskulptur der Welt bauen. Die entsprechenden Produkte lieferte SCHOTT Scientific Glass in Parkersburg (West Virginia, USA).

Das ungewöhnliche Objekt leuchtet im neuen Firmensitz der DG Bank in Berlin. Das von Gehry entworfene Gebäude am Pariser Platz Nr. 3, liegt direkt gegenüber dem Brandenburger Tor.

Einmalig in seiner Art

Durch das einfallende Tageslicht wirken die einzelnen Glasobjekte „lebendig“.
Die Montage der Skulptur dauerte zwei Monate. 600 Stahlseile lassen die Glaswolken im Atrium der DG Bank schweben. Die Hängekonstruktion ist auf das 14fache der tatsächlichen Belastung ausgelegt.
Allein die Ausmaße der Glasskulptur sind gewaltig: Sie füllt eine Fläche von über 185 Quadratmetern aus und wiegt über zweieinhalb Tonnen. Und so einzigartig wie die Größe ist auch das Design: „36 Elemente fügen sich luftig zusammen, um durch den Innenhof in der Mitte des Gebäudes aufzusteigen und die Illusion zu erwecken, als ob sich das gesamte Gebäude zum Himmel hin öffne“, erklärt Weinstein.

Mit diesem ungewöhnlichen Design ist das Kunstwerk das Pendant zum Konferenzsaal der DG Bank. Der ruht in Form einer Muschel im lichtdurchfluteten Innenhof des Pariser Platzes, unter einem Gewölbe aus Glas auf einem gläsernen Boden. Außen mit rostfreiem Stahl, innen mit Holz verkleidet, kommunizieren der opulente Saal und das monumentale Werk direkt miteinander: Licht wird zugleich aufgefangen und gestreut.

600 Stahlseile halten die Glasobjekte, die zwischen einem und drei Metern lang sind. Die Elemente ragen bis in eine Höhe von acht Metern und hängen bis auf zweieinhalb Meter über dem Boden herab, fast bis auf den Betrachter. Wenn die Sonne scheint, fangen die gläsernen Röhren das natürliche Tageslicht ein, das durch das Dach des Innenhofes fällt. Nachts durchstrahlt ein Lichtsystem die einzelnen Elemente, um den öffentlichen Raum darunter zu beleuchten.

Das verwendete „Duran“ Borosilicatglas hat alle Eigenschaften von Sicherheitsglas, ohne beschichtet oder gehärtet zu sein. Die einzigartige Konstruktion verhindert, dass Sprünge entstehen, und sollten doch aus irgendeinem Grund welche auftauchen, können sie sich nicht weiter ausbreiten, so dass es in keinem Fall zu größerem Schaden kommt.

Schon jetzt zieht die gewaltige Lichtskulptur am Pariser Platz weltweit die Aufmerksamkeit der Medien auf sich. Laut der Berliner Morgenpost sei das Objekt „... vielleicht weltweit das einzige seiner Art“.