Fotoausstellung

Erfasste Motive aus der Techno- logieentwicklung mit ästhetisch-künsterischem Blick: Fotograf Werner Feldmann.
Christine Fuhr, Mainz

Mit anderen Augen

Die Fotoausstellung „Faszination Innovation“ mit Motiven aus der SCHOTT-Technologieentwicklung gibt ungewöhnliche Einblicke in das Wirken von Ingenieuren und Wissenschaftlern.

114 Millionen Euro hat der Technologiekonzern SCHOTT im vergangenen Jahr 2002 in Forschung und Entwicklung investiert, das sind rund sechs Prozent des Umsatzes. Denn anwendungsbezogene Forschung und Technologieentwicklung sind wichtige Voraussetzungen für Wettbewerbssicherung und damit für den Unternehmenserfolg. Durch die Schaffung neuer Technologien können vorhandene Produkte optimiert und neue realisiert werden. Um hier erfolgreich zu sein, bedarf es einer Vielzahl von Faktoren: zu den wichtigsten zählen, davon sind die SCHOTT-Verantwortlichen in Forschung und Technologieentwicklung überzeugt, „Freiraum, technisches Know-how und betriebswirtschaftliches Denken.“

Kreativität gefordert

„Es sind oft nur Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen rentabel und unrentabel ausmachen, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden“, meint Dr. Uwe H. Böhlke, ehemaliger SCHOTT-Forschungschef und jetzt verantwortlich für die Strategic Business Unit „Home Tech“.

Im Rahmen der Technologieentwicklung gilt es, diese Kleinigkeiten mit nahezu „künstlerischer“ Kreativität herauszuarbeiten und zu erschließen. Ausgehend von dieser Prämisse, dass Wissenschaftler und Künstler damit anscheinend ähnlich kreativ gefordert sind, entstand so die Idee einer Fotoausstellung. Über drei Jahre – so die Intention von Dr. Böhlke und des Fotografs Werner Feldmann – sollten ausgewählte Entwicklungsprojekte mit dem Auge der Kamera dokumentiert werden. Hierbei galt es, einzelne Prozessschritte möglichst nah abzubilden, ohne jedoch den innovativen Kniff zu offenbaren. Das Ergebnis: eine Präsentation von High-Tech-Motiven ganz außergewöhnlicher Art.

Interessante Augen- und Einblicke

Die Ausstellung „Faszination Innovation“ umfasst insgesamt 36 Motive.
Die poster-großen Prints bestechen durch Brillanz und klare Details.
Faszinieren technologische Aspekte eher den Experten, so erhalten diese durch Verfremdung eine völlig neue, ästhetische Dimension: Raffiniert ausgeleuchtete Makroaufnahmen, die Details in ungewöhnlicher Perspektive zeigen, sind Haupt-Stilmittel der Fotoausstellung von Werner Feldmann. So gelingt es dem Fotografen durch Know-how, professionelles Handwerk sowie die Brillanz und Schärfe der postergroßen Abbildungen, High-Tech-Phänomene in faszinierenden Variationen festzuhalten und den Betrachter zu fesseln.

Originelle Bildtitel, beispielsweise „Ein langer Atem“ und „Manche mögen’s heiß“ beim Thema Schmelze, „Wie das Bretzelbacken“ oder „Linsengericht“ beim Pressen optischer Linsen, „Schonwaschgang“ und „Sprudelnde Vielfalt“ beim Zerspanen von Bauteilen bilden humorvolle Assoziationen. Demnach muss der Betrachter nicht auf seriöse Erklärungen verzichten, denn auch diese sind bei jedem einzelnen der insgesamt 36 Motive präsent.

Die Ausstellung hält, was ihr Titel verspricht: die „Faszination Innovation“ künstlerisch abzubilden und damit – so die Initiatoren – zweifelsohne interessante „Augen- und Einblicke“.