Solaranlagen

Umweltfreundlich und effizient: Ein 70-Kilowatt-Photovoltaik-System von RWE SCHOTT Solar wurde am Pentagon in Arlington/Virginia installiert.
Matthias Reinig, Mainz

Photovoltaik auf dem Vormarsch

Weltweit 33 Prozent Wachstum im letzten Jahr und derzeit etwa 6,5 Milliarden potenzielle Kunden. Was auf den ersten Blick an die New Economy Ende der 90er Jahre erinnert, sind die Marktzahlen der Photovoltaik-Industrie, die mit ehrgeizigen Zielen die Entwicklung von Solaranlagen zur Gewinnung „sauberer“ Energie vorantreibt.

Trotz des beeindruckenden Wachstums in den letzten Jahren deckt Energie aus Solarstrom derzeit nur deutlich unter ein Prozent des gesamten Bedarfs der Europäischen Union. Mehr Klimaschutz und der Ausstieg aus der Atomkraft sind nur zu erreichen, wenn die erneuerbaren Energien massiv ausgebaut werden. Doch der Strukturwandel wird in absehbarer Zeit nur gelingen, wenn die aufwändige Weiterentwicklung von Photovoltaik-Anwendungen von Staat und Wirtschaft gefördert werden. Zu diesem Thema diskutierten Vertreter des Europaparlaments im August mit führenden Vertretern aus Forschung und Industrie in Brüssel. In ihrem „White Book“ zur Entwicklung der Photovoltaik haben es sich die EU-Politiker zum Ziel gemacht, im Jahre 2010 insgesamt 3.000 Megawatt Solarstrom zu erzeugen – Ende letzten Jahres waren es 391 Megawatt.

Durch Marktanreiz-Programme gefördert

„Unter den regenerativen Energien hat die Photovoltaik bei weitem das höchste technologische Potenzial. Doch bis der Anteil von Solarstrom zu einem dominierenden Faktor bei der Energieversorgung wird, werden noch einige Jahrzehnte vergehen“, so Professor Joachim Luther vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE). Durch Förderprogramme wie das 100.000-Dächer-Programm der Deutschen Bundesregierung oder dem 70.000-Dächer-Programm in Japan wird Solarstrom gefördert, dadurch kann die Industrie stärker in die Weiterentwicklung von Solarenergie investieren. Die beiden wichtigsten Faktoren für die erfolgreiche Zukunft der Energiegewinnung aus Sonnenlicht sind laut Luther die Kostensenkung bei der Produktion der Solarmodule sowie Effizienzsteigerung bei der Ausbeute der Sonnenenergie.

„Spitzen“ mit Solarstrom abfangen

EU-Parlamentsabgeordneter Rolf Linkohr, Dr. Winfried Hoffmann (RWE SCHOTT Solar GmbH) und Prof. Joachim Luther (Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme) beim Informationsabend in Brüssel (v. li.).
Diese Felder sind daher auch die wichtigsten Themen, mit denen sich Dr. Winfried Hoffmann von RWE Schott Solar beschäftigt. Mit neuen Produktionstechnologien und innovativen Anwendungen für den Markt wie beispielsweise einem durchsichtigen Solarpanel für Gebäudeverglasungen, hat sich RWE Schott Solar innerhalb kurzer Zeit zu Europas größtem Photovoltaikanbieter entwickelt. Vor den Parlamentariern in Brüssel betonte Hoffmann besonders die der Photovoltaik eigenen Vorteile. Beispielsweise ist der Energiebedarf eines Bürogebäudes über den Tag verteilt zwischen 8 und 18 Uhr am höchsten. Das ist auch genau der Zeitraum, in dem Solaranlagen am effizientesten arbeiten. Die Spitzen im Energieverbrauch könnten daher mit Solarstrom abgefangen werden, ohne dass Energie zwischengespeichert werden müsste.

Dass Photovoltaik eine zukunftsträchtige Anwendung ist, belegt auch das Engagement der großen Mineralölkonzerne BP und Shell in diesem Bereich: Weltweit liegen sie auf Platz zwei und vier im Ranking der größten Photovoltaik-Hersteller.