Otto-Schott-Forschungspreis 2003

Gemeinsam mit seinen Kollegen Matthias Will (l.) und Stefan Nolte (r.) arbeitet der Jenaer Physiker Prof. Andreas Tünnermann an der Optimierung eines Ultrakurzpuls-Lasersystems zur Modifikation der Brechzahl von Gläsern.
Gabriele Leoff, Mainz

Festkörperlaser im Fokus

Für besondere Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Festkörperlaser erhielt der Physiker Prof. Andreas Tünnermann, Institut für Angewandte Physik, Fried- rich-Schiller-Universität Jena, den Otto-Schott-Forschungspreis 2003.

Der diesjährige Preisträger erhielt die Auszeichnung für seine herausragenden Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Festkörperlaser,insbesondere für seine bahnbrechenden Arbeiten zu Hochleistungs- Faserlasern, Kurzpuls-Faserlasern und Faserverstärkern, zu deren Entwicklung er Glas und andere Werkstoffe einsetzt.

Andreas Tünnermann (40) studierte Physik an der Universität Hannover und promovierte dort 1992. Im gleichen Jahr wechselte er als Leiter der Entwicklung an das Laserzentrum Hannover e.V., wo er an leistungsstarken kontinuierlichen diodengepumpten Festkörperlasern arbeitete. 1997 habilitierte er sich in Hannover auf diesem Gebiet und wurde 1998 auf den Lehrstuhl für Angewandte Physik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena berufen. Seit Frühjahr 1998 leitet er hier das Institut für Angewandte Physik mit derzeit rund 50 Mitarbeitern.
Die Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Preises fand im Rahmen eines Glaswissenschafts-Kongresses am 27. Mai 2003 in Leipzig statt. Die Kuratoren des Ernst-Abbe-Fonds gratulieren dem Presiträger des Otto-Schott-Forschungspreises 2003. V.l.n.r.: Prof. Donald Uhlman, Preisträger Prof. Andreas Tünnermann, Dr. Udo Ungeheuer, Prof. Gerd Müller.
Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Tünnermann liegen heute auf dem Gebiet räumlich und zeitlich lokalisierten Lichtes. Weit mehr als 100 Veröffentlichungen in renommierten internationalen Zeitschriften, Patente und eingeladene Vorträge belegen die Bedeutung seiner Arbeiten. Seine angewandten Arbeiten wurden mit dem Röntgenpreis und dem WLT-Preis ausgezeichnet.

Der mit 25.000 Euro dotierte Otto-Schott-Forschungspreis wird verliehen für herausragende wissenschaftliche und technologische Leistungen auf dem Gebiet der Werkstoffe, insbesondere von Gläsern, Glaskeramiken oder optischen Materialien sowie Bauteilen aus diesen Werkstoffen.

Der Otto-Schott-Forschungspreis wird im jährlichen Wechsel mit dem Carl-Zeiss-Forschungspreis zur motivierenden Förderung vornehmlich jüngerer Wissenschaftler vergeben. Beide, an den jeweiligen Betätigungsfeldern der beiden Unternehmen SCHOTT und Carl Zeiss orientierten Forschungspreise verwaltet der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und schreibt sie international aus. Zu den bisherigen Preisträgern zählen daher neben deutschen Physikern und Chemikern auch Wissenschaftler aus den USA, aus Japan, aus Russland und dem europäischen Ausland.