Glaskünstler

Derek Prestons ruhige Hände lassen aus Glas Kunst werden.
Karl Hübner, Köln

Jedes Stück ein Unikat

Glaskünstler in aller Welt arbeiten mit „Duran“ Borosilicatglas 3.3. Alleine in England hat das Unternehmen rund hundert Kunden aus der Zunft der Glasbläser. Zum Beispiel Lichfield Studio Glass in Rugeley, nahe Birmingham.

Es war eine der berühmtesten Stehplatztribünen in Europa: „The Spion Kop“ in Liverpool, wegen ihrer Form mit einem Hügel im Burenkrieg verglichen und nach ihm benannt. 1994 wurde diese Osttribüne abgerissen, die Stehplätze gegen Sitze ersetzt. Doch nicht alles ging verloren: Der Beton, der damals abgetragen wurde, wanderte nicht auf den Müll, sondern in die Souvenir-Produktion zu Lichfield Studio Glass nach Rugeley in die Nähe von Birmingham.

Die renommierte Glasbläserwerkstatt fertigten daraus kleine Andenken. Zum Beispiel einen gläsernen Fußballer, der sich gerade anzuschicken scheint, um einen Kop-Betonsplitter herum zu dribbeln. Fans zahlen viel Geld für solche Memorabilien.

Glasbläser schätzen „Duran“

Eine Kombination aus Glas und 24-Karat-Gold. Etwas ganz Besonderes ist die Lichfield-Kollektion königlicher Kutschen.
Rund 30 Prozent der Aufträge für das – in Spitzenzeiten fünfköpfige – Team von Lichfield Studio Glass sind solch dekorativer Art, der Rest sind Produkte für die Industrie, vor allem für Laboratorien. Glasbläser verwenden vor allem Borosilicatglas 3.3. Zum einen wegen seiner optischen Eigenschaften, aber auch, weil es sich gut verarbeiten lässt. „Es lässt sich einfach sehr schön zusammenfügen“, so Lichfield-Glasbläser Derek Preston.

Seit Jahren arbeiten Preston und seine Kollegen mit „Duran“ Borosilicatglas von Schott. Sie schätzen nicht nur Produktqualität und kurze Lieferzeiten, sondern auch die Flexibilität bei Sonderwünschen. Besonders praktisch: Schotts britische Niederlassung liegt nur wenige Meilen von Rugeley entfernt.

Eine Lokomotive aus Glas

Fußballspieler und historischer Betonsplitter aus dem alten Stadion des FC Liverpool. Ein Highlight für Fans – und für einen guten Zweck.
So war es auch nur ein kurzer Weg, als SCHOTT UK das Abschiedsgeschenk für seinen langjährigen Verkaufsleiter George Fletcher bei den Glasbläsern von Lichfield in Auftrag gab. Derek Preston griff zu „Duran“ und entwarf eine Nachbildung der ersten Dampflokomotive, die im Personenver- kehr eingesetzt wurde – die „Rocket“ von George Stephenson. Ein Unikat, das man nicht erwerben kann.

Käuflich sind dagegen noch immer Glas-Souvenirs, die an The Kop erinnern; ein Liverpooler Krankenhaus bietet die von Lichfield gefertigten Andenken an. Wer sie kauft, unterstützt einen guten Zweck – das Geld kommt einer Krebs-Stiftung des Krankenhauses zugute. Über 250.000 englische Pfund sind bereits zusammengekommen.

Und noch etwas verbindet Lichfield Studio Glass mit dem 120 Kilometer entfern- ten Liverpool. Lichfield-Manager Mike Hagan ist trotz der täglichen Fahrzeit zu seinem Arbeitsplatz nie aus der Beatles-Stadt am Mersey weggezogen. Dafür hat er es samstags nie weit. Dann, wenn er zur Anfield Road geht: zu den Heimspielen des FC Liverpool. Auch wenn The Kop nicht mehr so ist wie früher – dort zu sitzen, ist etwas Besonderes geblieben.