Pharmapackmittel

Schott Igar Glass fertigt jährlich über 500 Millionen Ampullen, Fläschchen, Pipetten und Parfümfläschchen.
Thilo Horvatitsch, Mainz

Besser, schneller, sicherer

Mit seinem neuen Werk blickt der indonesische Pharmapackmittel-Hersteller SCHOTT Igar Glass vor allem auf die Qualitäts- und Wachstumsmärkte der Region Asien-Pazifik.

Der Trend zu mehr Qualität macht auch vor den Pharma-Märkten im Raum Asien-Pazifik nicht Halt. Davon ist Eric L’Heureux überzeugt: „Wir rechnen in dieser Region mit wachsendem Interesse an hochwertigen Pharmapackmitteln“, so der Geschäftsführer von SCHOTT Igar Glass. Die Globalisierung fordert eben auch auf dem Feld der Gesundheit von allen Marktteilnehmern verstärkte Anstrengungen.

Dies gilt auch für viele der rund 200 Pharma-Unternehmen in Indonesien. Sie sehen sich zunehmend internationalen Standards gegenüber wie etwa den Richtlinien der „Good Manufacturing Practice“ (GMP), vorgeschrieben von den nationalen Gesundheitsbehörden sowie der WHO (World Health Organization). Diese regeln die gesundheits-, qualitäts- und sicherheitsbewusste Herstellung von Medikamenten. Sie stellen insofern einen bindenden Qualitätsstandard für fortschrittliche Pharmaunternehmen sowie deren Zulieferer auf internationaler Ebene dar.

Wer auf diesem Parkett mitspielen will, muss die hohen Standards erfüllen. Zwar wird der Pharmapackmittel-Markt Asiens noch von Massenartikeln und entsprechenden Niedrigpreisen beherrscht. „Jedoch denken Pharmahersteller mehr und mehr um und richten moderne Abfüllanlagen für Pharmazeutika ein, um besser, schneller und sicherer produzieren zu können. Dafür brauchen sie hochwertige und zuverlässige Packmittel, und genau das ist unser Markt“, erklärt Eric L’Heureux.

Leistungsstandards setzen

Auf 60 Fertigungslinien entstehen aus Spezialglasröhren hochwertige Pharmapackmittel.
SCHOTT Igar Glass produziert im Dreischichtbetrieb jährlich rund 500 Millionen Fläschchen, Ampullen, Pipetten und Spezialartikel zum Einsatz in der Pharmazie. Auf der Kundenliste stehen global operierende Unternehmen wie Roche, Aventis oder Pharmacia, aber auch „Local Heroes“ wie Biofarma und Harsen. SCHOTT Igar Glass sieht sich in seinem Qualitätssegment, das ebenso wie der viel größere Gesamtmarkt am Wachsen ist, mehreren regionalen Wettbewerbern gegenüber. Die Tochter profitiert jedoch von der Konzernmutter SCHOTT, die als „Global Player“ entsprechende Ressourcen in die Waagschale legen kann. Die Devise ist klar: Qualität ist der Schlüssel zum Markt. Diese Überzeugung hat sich SCHOTT nun einige Millionen Euro an Investitionen kosten lassen. Innerhalb eines Jahres wurde damit der Bau einer größeren und moderneren Fabrik sowie der Umzug von Einrichtungen und Mitarbeitern von SCHOTT Igar Glass an den neuen Standort bei Jakarta realisiert.

Damit können die steigenden Qualitätsanforderungen der Kunden in der pharmazeutischen Industrie nun noch besser bedient werden. Dies war auch der eigentliche Grund für den Neubau: „SCHOTT Igar Glass zählt nun weltweit zu den modernsten Fabriken für die Herstellung von Pharmapackmitteln. Wir verfügen hier über die besten Bedingungen, um Leistungsstandards im Markt zu setzen“, sagte Dr. Peter Knaus, Vice President des übergeordneten Business-Segments Pharmaceutical Packaging von SCHOTT.

Die lückenlose Qualitätssicherung beginnt beim Eingang der Rohmaterialien und reicht bis zur Auslieferung der fertigen Produkte und darüber hinaus. Die Produktionsanlagen sind mit speziellen automatisierten Überwachungssystemen zur Qualitätskontrolle ausgerüstet. Die permanente Fertigungsüberwachung mit Videokameras und Sensoren sorgt für die automatische Aussortierung von nicht spezifikationsgerechten Produkten während des Produktionsprozesses. Im Qualitätslabor und mittels Testverfahren wird die Produktqualität ebenfalls geprüft und sichergestellt. Und nach der Auslieferung lassen sich per kundenkonformem Nummerierungsverfahren Produkte und Chargen rückverfolgen. „Auch mit der Einrichtung von Reinräumen der Klasse 100.000 haben wir uns klare Wettbewerbsvorteile geschaffen. Unsere Kunden können in jeder Beziehung von internationalen GMP-Standards ausgehen“, resümiert Eric L’Heureux.

Marktführer im anspruchsvollsten Segment

Um die hohen internationalen Standards zu erfüllen, erfolgt die Verpackung in einem Reinraum der Klasse 100.000.
Mit einem Profilprojektor wird berührungslos optisch die Geometrie des Glaskörpers vermessen.
Die vor schädlichen Einflüssen sichere Bewahrung der Pharmazeutika sowie deren möglichst lange Lagerfähigkeit ist beson-ders in den tropischen Klimazonen der Region Asien-Pazifik ein wichtiges Kriterium für die Kunden aus der Pharmaindustrie. Pharmapackmittel aus Spezialglas sind daher erste Wahl.

Unter den elf internationalen SCHOTT Produktionsstandorten für Pharmaverpackung hat SCHOTT Igar Glass nun stark an Bedeutung gewonnen. Das drückt sich etwa dadurch aus, dass die Belieferung sämtlicher SCHOTT Pharmakunden mit Packmitteln für Augentropfen von SCHOTT Igar Glass aus vorgenommen wird. Das Unternehmen ist in seinem Segment und Stammmarkt Indonesien bereits deutlicher Marktführer und erwirtschaftet dort derzeit allein 60 Prozent seines Gesamtumsatzes. Zu den künftigen Zielregionen gehören jedoch auch Australien, Neuseeland und China. „Vor allem in der Wachstumsregion China versprechen wir uns gute Chancen. Dort vertritt seit kurzem unsere Konzern-Vertriebs-Schwester SCHOTT China unsere Interessen und unser Geschäft“, sagt Eric L’Heureux.

Die weitere Erschließung dieser asiatisch-pazifischen Märkte gehört zu den maßgeblichen Zielen von SCHOTT Igar Glass. Für die Zukunft geplant sind auch Produktionserweiterungen sowie die Herstellung neuer Produkte insbesondere für den asiatischen Markt. Diese Vorhaben lassen sich bestens verwirklichen auf dem neuen und größeren Werksgelände nahe der indonesischen Hauptstadt Jakarta auf der Insel Java, rund 35 Kilometer entfernt vom vorherigen und inzwischen geschlossenen Standort. Dort, im modernen Gewerbegebiet Delta Silicon bei Lippo Cikarang in der Region Bekasi, ist auf 30.000 Quadratmetern Gesamtfläche genügend Platz für gegenwärtige und künftige Aktivitäten.

Derzeit arbeiten im neuen Werk 425 Mitarbeiter. Kapazitätserweiterungen sind absehbar. Voraussetzung ist, dass die verbesserten Erfolgschancen genutzt werden. Das Management bindet deshalb die Mitarbeiter aktiv in den unternehmerischen Prozess ein. Jeder Mitarbeiter ist zum Beispiel mitverantwortlich für die Qualitätssicherung im ISO-9001-zertifizierten Betrieb. Andererseits kann jeder Beschäftigte auch direkt am Unternehmenserfolg teilhaben, einen geringen Betrag investieren und damit von der jährlichen Ausschüttung erwirtschafteter Erfolgszinsen profitieren.

Diese Einbindung und Motivation der Mitarbeiter hat großen Stellenwert. Manchmal gilt es nämlich besonders flexibel und schnell zu handeln, wenn ein Kunde plötzlich größere Volumina ordert. Dies kann beispielsweise der Fall sein bei den immer wiederkehrenden Impfstoff-Kampagnen. Dahinter stehen oft auch Initiativen der indonesischen Regierung, die Gesundheit und Familienplanung mittlerweile ganz oben auf ihre Liste gesetzt hat.