Schloss Schwerin

Nach mehrjährigen Rekonstruktionsarbeiten ist die zur Seeseite hin gelegene Orangerie des Schweriner Schlosses Besuchern wieder zugänglich.
Gerrit Prinssen, Hannover

Sensibel restauriert

An der Erneuerung des Schweriner Schlosses ist auch SCHOTT Spezialglas AG, Standort Grünenplan beteiligt – mit „Restover“ für die Orangerie.

Kenner schätzen das Schweriner Schloss mit seiner weithin sichtbaren goldenen Kuppel als das „Neuschwanstein des Nordens“. Das ehrwürdige Gemäuer, malerisch am Ufer des Schweriner Sees gelegen, zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen historischer Architektur in Deutschland. Nach der Wende wurde das Wahrzeichen der traditionsreichen Stadt zum Sitz des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern. Doch heute arbeiten nicht nur Politiker in dem ehemaligen Fürstenhaus – seit 1992 wird das Schweriner Schloss behutsam restauriert.

Mit den Arbeiten hat das Landesbauamt Schwerin die Hamburger Architekten BHL (Bassewitz, Hupertz, Limbrock GmbH) sowie die Tragwerksplaner des Karlsruher Büros für Baukonstruktion (Wenzel, Frese, Pförtner, Haller) beauftragt. In einem ersten Schritt ließen die Firmen die Fassaden des Schlosses instand setzen, zudem mussten zahlreiche Innenraumbereiche für die Nutzung durch die Landtagsabgeordneten hergerichtet werden.

Schutz für Pflanzen und Tagescafé

Vor sechs Jahren begannen die Arbeiten an der Orangerie. Ursprünglich diente das Gewächshaus dazu, empfindliche Pflanzen im Winter vor Kälte zu schützen. Daran war vor Beginn der Sanierung nicht mehr zu denken: Weite Bereiche der Orangerie waren verfallen und drohten sogar einzustürzen. Die Pläne der Renovierung sahen vor, das Gebäude im Winter wieder als Stellplatz für Pflanzen zu nutzen; im Sommer sollte dort ein Tagescafé betrieben werden.

In der baulichen Konzeption steht die Orangerie als Ort für den faszinierenden Übergang zwischen der menschlichen Formensprache der Architektur und dem freien Spiel der Natur. In Schwerin vollzieht sich dieser Umbruch auf engstem Raum, in den geometrisch angelegten Beeten der Schlossterrassen ebenso wie in der Orangerie.

„Restover“ erfüllte Anforderungsprofil

„Gerade das Glashaus der Orangerie bedurfte einer besonders sensiblen Instandsetzung, Restaurierung und Konservierung“, betont Anna Katharina Zülch, Projektleiterin der Architekten. Die Scheiben mussten in die vorhandene Gusseisenkonstruktion eingesetzt werden, weshalb es nicht dicker als drei Millimeter sein durfte. Die mit dem Glas bewirkte Temperierung des Innenraums musste den Cafébesuchern einen angenehmen Aufenthalt ermöglichen und zugleich den Bedürfnissen der Pflanzen gerecht werden.

Die Wahl fiel auf das Produkt „Restover“ von SCHOTT Spezialglas AG, Standort Grünenplan, das dem hohen Anforderungsprofil entsprach. Die Scheiben sind zweieinhalb bis drei Millimeter dick, zeichnen sich durch eine leicht unregelmäßige Oberfläche aus und vermeiden störende Spiegelungen. Vor allem die leichten Unebenheiten kamen den Ansprüchen der Denkmalschützer entgegen: So schafft das neue Glaskleid die perfekte historische Anmutung für die restaurierte Orangerie.