Die Erde fest im Blick

Das neue „Wetterauge“ SEVIRI nimmt alle 15 Minuten dasselbe Viertel der Erdoberfläche auf. Die von der Erdoberfläche und der Atmosphäre reflektierte Strahlung wird dabei von einem Spiegel aufgefangen und in Richtung des Teleskops und der Detektoren umgelenkt. Eine Folge von Bildern zeigt somit die Entwicklung und Veränderung des Wettergeschehens über diesem Gebiet. Möglich ist das, weil der MSG-1-Satellit sich auf einer geostationären Umlaufbahn befindet. Das bedeutet, dass er die Erde genau so schnell umkreist, wie sie sich dreht und deshalb über ihr stillzustehen scheint. Die Position des MSG-1 ist über der Westküste Afrikas, rund 36.000 Kilometer senkrecht über dem Äquator. Von hier aus überblickt er Europa, Afrika, Teile des indischen Ozeans und den ganzen Atlantik. Gerade der atlantische Ozean spielt für Europa eine wichtige Rolle, da unser Wetter in den meisten Fällen dort seinen Ursprung nimmt.
Das Radiometer SEVIRI misst die reflektierte Strahlung in zwölf verschiedenen Spektralbereichen. Jeder Bereich, vier davon im sichtbaren und acht im Infrarotbereich, liefert unterschiedliche Informationen: sie variieren von sichtbaren Bildern des Wettergeschehens am Tag über die Wolkentemperatur bei Nacht bis hin zu Oberflächentemperaturen und Wasserdampf, um Gas- und Staubpartikelkonzentrationen in der Atmosphäre zu bestimmen.