Ozon

Gut oder schlecht?

Es ist schon verwirrend mit dem Ozon. Wenn es in der hohen Atmosphäre fehlt, redet man vom Ozonloch und ist besorgt. Dann wieder gibt es Ozonalarm, wenn an heißen Sommertagen zu viel Ozon entsteht und die Ozonwerte in den Städten jenseits bestimmter Grenzwerte klettern. Außerdem sei Ozon ein Treibhausgas, das wie Kohlendioxid und Methan – an der Erwärmung der Erdatmosphäre beteiligt ist. Auf der anderen Seite hört man dann noch, dass Ozon sehr viel umweltfreundlicher etwa bei der Wasseraufbereitung sei als etwa Chlor oder Chlordioxid. Wie passt das alles zusammen?

Ganz einfach: Ozon ist auf jeden Fall gut und wichtig, wenn es sich mehr als zehn Kilometer über unseren Köpfen befindet: in der Stratosphäre. Dort fängt es große Teile der schädlichen ultravioletten Sonnenstrahlung ab. Als Bestandteil erdnaher Luftschichten ist es dagegen tatsächlich klimarelevant – und auch giftig. Beim Bleichen oder bei der Desinfektion von Trinkwasser ist das wiederum kein Problem, weil man Ozon gezielt für diese Zwecke herstellt, es dabei in geschlossenen Systemen anwendet und das überschüssige Gas sofort nach dem Einsatz wieder zerstört. Umweltfreundlich ist dies, weil alle Substanzen, die bei der Anwendung selbst oder bei der Zerstörung des restlichen Ozons entstehen, unbedenklich sind.

Vielfältig nutzbar

Die Ozontechnik findet heutzutage, neben ihrem Einsatz bei der Papierherstellung, vielfältigen Gebrauch in Kommune und Industrie:
  • Zur Trinkwasseraufbereitung in Wasserwerken, in Kombination mit der UV-Technik zum oxidativen Abbau von Arzneimittelresten und Hormonen im Abwasser,
  • zur Beseitigung von Schadstoffen im Schwimmbadwasser,
  • für die Beseitigung unangenehmer Abluft-Gerüche,
  • bei der Sterilisation von Getränkeflaschen,
  • für die Verbesserung der Kleb- und Haftfähigkeit von Kunststoffoberflächen,
  • zum Abbau von Keimen und Schadstoffen in Fischzuchtbecken.