Entspiegeltes „CONTURAN“ Glas

Glasklarer Vorteil: „CONTURAN“ erlaubt den Blick auf die Instrumententafel ohne störende Spiegelungen.
Ralf Daute, Kleve

Sicht auf das Wesentliche

Mit dem „Phaeton“ hat der Automobilhersteller VW seine erste Nobel-Limousine auf den Markt gebracht. Entspiegeltes „CONTURAN“ Glas von SCHOTT Spezialglas AG, Standort Grünenplan ermöglichte ein Plus an Designfreiheit.

Schon die Produktionsstätte zeigt, dass sich dieser Volkswagen deutlich vom automobilen Durchschnitt absetzen will: Der edle Phaeton wird nicht in einer Fabrik, sondern in einer „Gläsernen Manufaktur“ hergestellt. Und die steht nicht irgendwo am Stadtrand von Wolfsburg, sondern mitten in Dresden, in der Nachbarschaft von Semperoper und Frauenkirche. Es geht um Kultur und Technik, um Stil und Klasse. Und das muss es auch, denn schließlich positioniert sich Volkswagen mit der innovativen und komfortablen Limousine gegen die etablierten Konkurrenten in der Oberklasse. Kein Wunder, dass bei der Herstellung des Nobelwagens nur drei Dinge zählen: Qualität, Qualität und nochmals Qualität.

Die Ansprüche, die VW-Entwickler dabei an die einzelnen Komponenten des Fahrzeugs stellten, waren enorm. Und in einem Punkt war es SCHOTT Spezialglas AG, Standort Grünenplan AG, die dem Automobilkonzern die beste Lösung präsentierte: Im Phaeton besteht die Glasabdeckung der Armaturen aus „CONTURAN“.

„Dieses Glas hat zwei wesentliche Vorteile“, sagt „CONTURAN“ Vertriebsleiterin Petra Fischer. „Es lässt mehr Licht durch und vermindert Reflexionen erheblich.“ Spiegelungen auf den Instrumenten-Abdeckungen sind im Straßenverkehr nicht nur ein störender Nebeneffekt – sie sind ein Sicherheitsrisiko. Nach einer Studie der Universität Bremen muss ein Autofahrer durchschnittlich acht Sinneseindrücke pro Sekunde verarbeiten. Da bleiben etwa für den Blick auf den Tacho oftmals nur Bruchteile von Sekunden. Und dann muss die gesuchte Information sofort verfügbar sein. „CONTURAN“ setzt in diesem Bereich neue Maßstäbe, indem es die Reflexionen auf minimale 0,5 Prozent reduziert. Zum Vergleich: Normales, nicht entspiegeltes Floatglas wirft rund acht Prozent des einfallenden Lichtes zurück – „CONTURAN“ bringt also eine Verbesserung um mehr als 93 Prozent.
Konkurrent in der Oberklasse: Der VW Phaeton setzt auf Qualität. Auch mit Spezialglas von SCHOTT.
Das gibt Autoherstellern neben dem Sicherheitsgewinn auch ganz neue Freiheiten beim Design. Bisher wurden die Instrumente im Autobau abgesenkt eingebaut oder eine mehr oder minder elegant geratene Abdeckung beschirmte sie vor störendem Lichteinfall. Freunden der Ästhetik galten beide Varianten bestenfalls als Notlösungen. Jetzt können die Einzelinstrumente wieder dorthin gerückt werden, wohin sie nach Ansicht der Designer auch gehören – in den Vordergrund. Das ist natürlich gerade bei Autos wie dem Phaeton sehr erwünscht. Fischer: „Die Brillanz des Produkts kommt einfach besser zur Geltung.“ Und zwar, indem das entspiegelte Glas die Sicht auf das Wesentliche frei ermöglicht.

Doch was macht das SCHOTT Erzeugnis so überlegen in der Anwendung? Während Gläser sonst zur Reflexionsminderung geätzt werden (ein Verfahren, das die Durchsicht beeinträchtigt), erhält die Glascheibe bei „CONTURAN“ beidseitig jeweils drei Metall-oxidschichten. Sie werden im Tauchverfahren aufgetragen. Jede der drei Schichten ist höchstens 100 Millionstel Millimeter stark – ein normales menschliches Haar ist 900 Mal dicker.

Gleichwohl zeigt sich die dünne Schicht extrem haltbar. Fischer: „CONTURAN“ weist sowohl eine hohe chemische Beständigkeit als auch eine dauerhafte Abrieb- und Haftfestigkeit auf.“ Die Entspiegelungsschichten stellten sich in mehreren Testreihen als resistent gegenüber Getränken und den verschiedenen Cockpitsprays heraus. Besprüht mit Kupferchlorid-Essigsäure-Nebel zeigte sich zudem eine eindeutige Beständigkeit gegenüber Korrosion. Ingesamt also glasklare Vorteile.