Innovationsoffensive

Vorstandsmitglied Dr. Udo Ungeheuer und „Health“-Segmentleiter Dr. Dirk van den Broek über das Engagement in einem viel versprechenden Wachstumsmarkt.
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Die Innovationsoffensive von SCHOTT hat durch das neue Geschäftsfeld „Health“ (Gesundheit) weitere Schubkraft erfahren.



Dr. Ungeheuer: Als Technologie-Trendsetter entwickeln wir anspruchsvolle Technologien zur Serienreife. Das Business Segment „Health” will mit Microarrays und Serviceleistungen zuverlässiger Partner der Pharma-Industrie in der Wirkstoff-Forschung werden. Unsere Maxime lautet dabei: Schneller, besser, effizienter.

Was prädestiniert SCHOTT für diese Partnerschaft?

Dr. Ungeheuer: Als Spezialglashersteller verfügen wir über eine langjährige Erfahrung mit Laborglas und Pharmaverpackungen sowie umfassendes Beschichtungs-Know-how. Zugleich sind wir bereits heute führender Lieferant von Glassubstraten für Microarray-Hersteller.

Welche Vorteile bietet SCHOTT seinen Kunden?

Dr. van den Broek: Die pharmazeutische Industrie sieht sich mit steigenden Entwicklungskosten konfrontiert. Bis aus einem potenziellen Wirkstoff ein käufliches Medikament wird, vergehen bis zu 15 Jahre. Der Grund sind langwierige, aber vorgeschriebene klinische Tests. Unsere zukünftigen Produkte helfen schon in der Vorphase, jene Wirkstoffe sicher zu identifizieren, die mit hoher Wahrscheinlichkeit die klinische Testphase bestehen. Dies bedeutet enorme Einsparungen und verbessert die Effizienz der Pharmaforschung.

Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer Aktivitäten?

Dr. van den Broek: Die Internationalisierung im Pharmabereich erfordert ein weltweites Agieren. Die Business SegmentLeitung – unterstützt durch Forschung und Entwicklung in Marienborn – wirkt von Mainz aus und steuert hier auch das internationale Marketing und Vertrieb. Die Produktentwicklung „Health” fand bei SCHOTT Glass Technologies in Duryea (USA) statt. Dort steht auch die Pilot-Produktionsanlage für die Beschichtung der Substratgläser. Die erste Phase der Serienproduktion ist in der Bioregion Jena vorgesehen.

Welche Rolle spielt „Health“ innerhalb von SCHOTT?

Dr. Ungeheuer: Unter dem Dach „Health” fassen wir die Produktion unbeschichteter und beschichteter Flachgläser für DNA-Microarrays zusammen. Diese bauen wir aus, schaffen neue Produkte und investieren in Start-up-Firmen, die innovative Microarray-Technologien entwickeln. Das hierdurch erlangte Know-how nutzen wir für den Aufbau eigener Neugeschäfte wie etwa Serviceleistungen für die Pharmawirkstoff-Forschung.

Dr. van den Broek: „Health” ist somit ein neues hoffnungsvolles Segment und Beispiel dafür, wie wir bestehende mit neuen Kompetenzen verbinden und so neue Märkte erschließen. Genau das will unsere Innovationsoffensive. Und mit „SCHOTT Slide A” stehen wir nun kurz vor der Markteinführung und machen damit einen wichtigen Schritt zum Aufbau des gesamten Geschäftes. Schnelligkeit ist einer unserer Erfolgsfaktoren: in weniger als einem Jahr haben wir dieses Produkt entwickelt und zur Marktreife gebracht.

Wer sind die ersten möglichen Kunden?

Dr. van den Broek: Zunächst Interessenten aus der Biotechnologie, Hersteller von Microarrays, Pharma-Unternehmen, Universitäten und Institute. Im Juni wurden die beschichteten Substrate auf der Messe „Eurobiochips” in Berlin erstmals einem breiten Fachpublikum vorgestellt. Außerdem schulen wir weltweit Mitarbeiter in SCHOTT-Vertriebsgesellschaften, um auch in wichtigen Auslandsmärkten erfolgreich zu sein.

Haben Sie schon Feed-back von Interessenten?

Dr. Ungeheuer: Ja, und eine Rückmeldung machte uns besonders stolz. Ein bedeutendes US-Labor meinte: „Verglichen mit anderen von uns verwendeten Substraten gehören die SCHOTT-Produkte zu den besten.” Wir haben damit bereits in unserer Pilotproduktion den hohen Qualitätsstandard anderer Serienprodukte erreicht.

Das Gespräch führte Thilo Horvatitsch