Brandschutzverglasung

Die Abtrennung vor der Sicherheitsschleuse im Abflugbereich wurde mit dem Spezialglas „Pyran S“ 6 mm in Verbindung mit dem stählernen Brandschutz-Profilsystem Schüco-Eich in der Feuerwiderstandsklasse F30/G30 realisiert.
Auf den imposanten Stahlbetonstützen ruht die gesamte Dachkonstruktion. Um auch über die verschiedenen Brandabschnitte hinweg den Blick auf die Stützenabfolge zu gestatten, wurden die trennenden Wände ebenfalls in einer F30/G30-Konstruktion aus „Pyran S“ in der Stärke 6 mm und dem Profilsystem Schüco-Eich ausgeführt.
Anne-Marie Ring-Heber, BAUtext Mediendienst, München

Ein Flughafen der kurzen Wege

Aus einem stillgelegten Flugzeug-Hangar schufen Architekten in Dresden einen lichten, offenen Flughafenterminal. Für sichere Brandabschnitte bei größtmöglicher Transparenz sorgt eine Brandschutzverglasung mit „Pyran S“.

Im Frühjahr 2001 wurde der neue Terminal des Flughafens Dresden eröffnet. Ein helles, freundliches, von Licht und Offenheit geprägtes Gebäude, das seinesgleichen sucht. Da Dresden sich zu einer aufstrebenden Metropole entwickelt, sollte auch der Flughafen den Anforderungen von Geschäftsreisenden genügen. Planungsvorgabe war es, einen Flughafen der kurzen Wege zu schaffen. Dies wird mit einem S-Bahn-Anschluss und einem vierspurigen Autobahnzubringer erreicht. Ein Bauplatz war gefunden: Etwa 500 Meter östlich des alten Terminalgebäudes befand sich ein riesiger Flugzeug-Hangar aus den 50er Jahren mit einer imposanten und hochwertigen Stahlarchitektur. Anstatt abzureißen und einen Flughafen auf der „grünen Wiese“ zu planen, entschlossen sich die Architekten, den ehemaligen Hangar zum neuen Terminal zu erweitern, umzunutzen und ihm damit eine ganz eigene Identität zu geben.

Altes Gebäude mit neuer Hülle

Diese Atmosphäre im neuen Terminal zu erhalten war zentraler Entwurfsgedanke der Architekten. Das Konzept der Planungsgruppe Blees & Kampmann sah vor, in die alte Konstruktion hinein eine neue zu bauen – ein Haus-in-Haus-Konzept, das auch einige Schwierigkeiten mit sich brachte, da nicht nur konstruktiv auf das Bestehende Rücksicht genommen werden, sondern es auch den aktuellen Sicherheitsvorschriften angepasst werden musste. Das alte Gebäude wurde bis auf die Tragkonstruktion abgebaut und erhielt eine neue Hülle aus Glas, Klinker und Profilblech.

In die alte Konstruktion fügt sich nun eine Zweite aus Stahlbeton, die wegen des S-Bahn-Anschlusses 8 Meter in den Untergrund führt, und es deshalb nötig machte, die bestehenden Fundamente zu unterfangen. Über den Gleisen sind weitere vier neue Ebenen eingezogen. Der Passagierverkehr findet nur im Mittelschiff statt. Das östliche Seitenschiff beherbergt die Verwaltung und Warteraumzonen, das westliche wurde lediglich mit einer Fassade umhüllt und kann in einem zweiten Bauabschnitt zur Erweiterung des Terminals noch ausgebaut werden.

Der spektakuläre Weg zur Abflugebene führt durch den Skywalk, eine gläserne Röhre, die das gegenüberliegende Parkhaus mit dem Terminal verbindet und in der gewaltigen Check-in-Halle endet. Wie vormals sorgen große Glasflächen für Tageslicht. Die Seitenwände sind durch die Doppelstützen strukturiert, Läden, Reisebüros und die Schalter der Fluggesellschaften wurden als gläserne Boxen dazwischengeschoben. Ein gläserner Zylinder von etwa 18 Metern Durchmesser durchdringt die beiden Galeriegeschosse und vermittelt auch in dem darunter liegenden Wartebereich noch einen Eindruck von den Dimensionen des Bauwerkes.

Sicherheit im Brandfall

Den Blickfang der „Straßenfassade“ bildet der Skywalk, der den neuen Terminal mit dem ebenfalls neu errichteten Parkhaus verbindet. Er durchbricht die strenge horizontale Gliederung des fest stehenden Sonnenschutzes an der Haupthalle. Die dahinter liegende Fassade ist durchgängig verglast.
Ein besonderes Anliegen der Planer war es, die charakteristische Offenheit und Großzügigkeit des Terminals durch sicherheitstechnisch nötige Einbauten so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Eine Sprinkleranlage, die für den Betrachter kaum sichtbar in der gesamten Dachkonstruktion installiert ist, ermöglicht übergroße Brandabschnitte. Für die Raumwirkung war es elementar, dass die Sichtbeziehungen erhalten blieben: Die Trennwände zwischen Check-in-Halle und Wartezone bzw. zwischen Gepäckausgabe und Ankunftshalle sollten deshalb aus Glas sein: Ausgeführt wurde eine Konstruktion aus „Pyran S“ 6 mm von SCHOTT in dem Stahl-Pfosten-Riegel-System Schüco-Eich – die einzige Konstruktion, die zusätzlich zu der festgelegten Feuerwiderstandsklasse F30/G30 die von Planerseite geforderten Qualitätsansprüche erfüllte. In den Bereichen zwischen Haupthalle und den Seitenschiffen dominieren die imposanten Stahlbetonstützen das Bild. Um deren Wirkung nicht durch massive Brandwände zu beeinträchtigen, wurde ebenfalls die Kombination aus „Pyran S“ und Schüco-Eich eingesetzt. Weitere Sicherheit im Brandfall ermöglicht eine hochmoderne Brandmeldeanlage. Diese steuert so gezielt Lüftungstechnik, Aufzüge, elektrische Türverriegelung und Alarmsysteme, dass im Ernstfall der betroffene Bereich sorgfältig gesichert ist, der Flugbetrieb aber solange als möglich aufrecht erhalten werden kann.