Technische Eigenschaften


Dichte                           

ρ ca. 2,6 g/cm3 (bei 25 °C)                        
          

Biegefestigkeit          
 

σdB ca. 35 MPa*
* Die Prüfung erfolgt in Anlehnung an DIN EN 1288 TS, wobei sich die Oberfläche im praxisüblichen Gebrauchszustand befindet.
Stoßfestigkeit
 
Angaben zur Stoßfestigkeit sind nur bei Kenntnis des jeweiligen Anwendungsfalls möglich. Hier geht es vorwiegend um anwendungsspezifische Normen zu Festigkeitsanforderungen, die zu erfüllen sind.


Anmerkungen zur Festigkeit
 
Bei Angaben zur Festigkeit von Glas und Glaskeramik müssen deren besondere Werkstoffeigenschaften berücksichtigt werden.

Im technischen Sinne sind Gläser und Glaskeramiken „idealistische“, spröde Werkstoffe, in denen keine Fließvorgänge stattfinden. Dadurch entstehen bei Kontakt mit genauso harten Werkstoffen Oberflächenverletzungen in Form feiner Kerben und Risse. Bei mechanisch belasteten Gläsern und Glaskeramiken können kritische Spannungszustände an den Spitzen solcher Kerben und Risse nicht durch plastisches Fließen abgebaut werden, wie das z. B. bei Metallen möglich ist.

Als Folge dieses Verhaltens ist die strukturell bedingte hohe Festigkeit von Gläsern oder Glaskeramiken (≥ 104 N/mm2) praktisch ohne Bedeutung. Sie wird durch die Wirkung gebrauchsbedingter, unvermeidlicher Oberflächendefekte (bei ungeschützter Oberfläche) auf einen praktischen Wertbereich von ca. 20 bis 200 N/mm2 Biegefestigkeit – je nach Oberflächenzustand und Prüfbedingung – gesenkt.

Die Festigkeit von Glas und Glaskeramik ist also keine Materialkonstante (wie beispielsweise die Dichte), sondern sie hängt ab von folgenden Kriterien:
  • dem Bearbeitungszustand der Scheibe (inkl. Kantenbearbeitung, Bohrung etc.)
  • dem Gebrauchszustand (Art und Verteilung von Oberflächendefekten)
  • dem zeitlichen Verlauf bzw. der Art der wirksamen Beanspruchung
  • dem umgebenden Medium (z.B. aggressive Stoffe wie Flusssäure)
  • der (biege-)beanspruchten Fläche sowie der Dicke der Scheibe
  • der Art des Einbaus der Scheibe

Zudem unterliegt die Festigkeit – entsprechend der Art und Verteilung der Oberflächendefekte – einer statistischen Verteilung.