Die gläserne Küche

Die gläserne Küche

Mit Innovationen präsentierte sich SCHOTT auf der Domotechnica '99: in Köln. Ob versenkbare Backofentür, Kochen ohne Topf und Pfanne oder das "SCHOTT Design", die Neuerungen sind nicht nur schön und edel, sondern praktisch obendrein.
Besucherrundgang am SCHOTT-Stand auf der Domotechnica '99 in Köln
Alle zwei Jahre wartet die internationale Hausgeräteindustrie mit einem wahren Feuerwerk an Superlativen auf. Sprechende Kühlschränke, Roboter, die ohne Kabel staubsaugen, energiesparende Mikrowellengeräte, aufheizbare Lockenwickler, die selbständig im Haar haften bleiben, bis hin zu Kuriositäten wie die kleinste Munddusche der Welt oder ein elektrischer Zungenreiniger.

Tummelplatz des Technologie-Wettbewerbs ist die Domotechnica in Köln. 1800 Unternehmen aus 57 Ländern zog es Ende Februar 1999 in die Domstadt am Rhein. Auch SCHOTT als Zulieferer der Hausgeräteindustrie nutzte die Weltmesse, um seine Innovationen zu präsentieren. Unter dem Motto "Discover Innovations in Glass" setzte der Spezialglashersteller Akzente für das nächste Jahrtausend.

Mit rund 15 trendgerechten Produktneuheiten im Bereich Kochsysteme mit "Ceran" Kochflächen und veredelten Flachgläsern sorgte SCHOTT wieder einmal für reichlich Gesprächsstoff.

Durch fünf Themen-Inseln führte der Unternehmensbereich Haustechnik die Messebesucher auf ihrer Entdeckungstour. Mal setzen neue Formen Impulse, mal Dekore und Farben. Mal demonstriert SCHOTT revolutionäre Komponenten für den großen asiatischen Markt, mal ausbaufähige Systemempfehlungen oder multifunktionale Innovationen unter dem Stichwort Glas in der Küche. Die vorgestellten Produktinnovationen rund um das Kochen auf "Ceran" sind auf die individuellen Kochgewohnheiten der Verbraucher sowie auf die verschiedenen Märkte weltweit abgestimmt.

"Die Domotechnica ist dafür die ideale Plattform", resümiert Dr. Andreas Friedrich, Leiter des Unternehmensbereichs Haustechnik. Allein aus Asien haben sich in diesem Jahr 27 Prozent mehr Anbieter angemeldet. Darunter 80 Unternehmen aus der Volksrepublik China, 64 Firmen aus Taiwan und 70 Direktaussteller aus Hongkong.

Fernsehen am Kühlschrank

Wer würde schon seinen Femseher im Kühlschrank aufbewahren? Dabei ist die Idee ziemlich naheliegend. Die Lösung ist dank eines flachen TFT-Monitors (Thin Film Transistor) platzsparend. Außerdem können auf dem Bildschirm, der in der Kühlschranktür eingebaut ist, nicht nur das aktuelle Fernsehprogramm angeschaut, sondern auch Videos abgespielt und sogar andere Hausgeräte und technische Funktionen im Haushalt ferngesteuert werden. Selbstverständlich lassen sich auch Rezeptdateien anlegen und bearbeiten. Der Kühlschrank als Cockpit, wobei Spezialglas das Hauptmaterial ist. Das großzügige Sichtfenster in der Tür erlaubt den Blick von außen nach innen. Und auch hier dominiert Glas. Leicht konkav gewölbte Einlegeböden aus Einscheiben-Sicherheitsglas sammeln, falls mal was umfällt, Ausgelaufenes in der Mitte des Bodens. Die faseroptische Kaltlicht-Beleuchtung für den Kühlschrank-Innenraum gewährleistet gleichmäßige Helligkeit und hohe Transparenz, ohne daß ein Erwärmungseffekt entsteht. Die Beleuchtung läßt sich natürlich von außen schalten.
Die kompakte Kochinsel

Eine komplette Küche auf kleinstem Raum - ob für Büros, bei Präsentationen oder in einer überschaubaren Dachwohnung, bei der "Cook-Box" sind von der Zubereitung der Speisen über die Bevorratung bis hin zum Eßplatz die wichtigsten Elemente einer Küche auf engstem Raum zusammengefaßt. Mittelpunkt dieser unkonventionellen Konstruktion ist ein Herd mit einer in der Kochebene abgesenkten "Ceran" Kochfläche und einem Backofen mit elektrisch versenkbarer Glas-Backofentür. In die Arbeitsfläche rechts neben dem Herd ist ein Handwaschbecken ganz aus Glas eingelassen, links ein neuartiger Wok aus Glaskeramik integriert. Durch einen flexiblen, elektronisch gesteuerten Wasserzulauf ist jederzeit frisches Wasser parat, sei es zum Waschen von Gemüse oder zum Kochen. Die Dunst-Abzugs-Vorrichtung hinter der Herdplatte ist elektrisch versenkbar. Die Steuerung der Funktionen erfolgt über Glas-Touchpads mit integrierten Infrarot-Sensoren. Zusätzlich kann noch ein Kühlschrank mit gewölbter Isolierglastür eingebaut werden. Besonders originell: die angebaute Theke. Sie ist höhenverstellbar und kann somit als Bar wie auch als Eßtisch genutzt werden. Die Arbeits- und Tischflächen sind aus vorgespanntem Spezialglas.
Funktioniert wie ein Garagentor: die Backofentür verschwindet einfach unter dem Herd.
Kochen mit Gas auf "Ceran"

Fast fünf Millionen westeuropäische Haushalte kaufen jährlich einen neuen Gas- oder Mixte-Herd. "Diese Zielgruppe ist in den letzten Jahren mit Innovationen etwas vernachlässigt worden", erklärt Dr. Andreas Friedrich und präsentiert auf der Domotechnica das "Ceran Flamatic''-System. Dabei wird das Kochen mit Gas auf offenen Flammen und Gas-Strahlungsheizkörpern kombiniert. Bei dem von SCHOTT vorgestellten Gerätekonzept handelt es sich um die Kombination von Strahlungsbrennern unter "Ceran" mit der offenen Gasflamme über "Ceran". Die offene Flamme eignet sich dabei ideal fürs schnelle Anbraten, wie beispielsweise im Wok, während die leistungsstarken Gas-Strahlungsbrenner die Temperatur auch bei niedriger Einstellung gleichmäßig verteilen. Die ausgereifte Technik der Gasbrenner unter der "Ceran" Kochfläche bietet die gleichen Vorzüge wie Elektro-Strahlungsheizkörper, und weist selbstverständlich einen sehr hohen Sicherheitsstandard auf. Weitere Vorteile: Geschirr und Töpfe lassen sich auf der Kochfläche mühelos und kippsicher verschieben. Darüber hinaus ist die "Ceran" Kochfläche leicht zu reinigen.
Der "Ceran" Wok als integraler Bestandteil der gläsernen Küche.
Modulares Baukasten-System

"SCHOTT Design" heißt das Spezialglassystem, mit dem Kochflächen in Verbindung mit zusätzlichen Glaselementen so in die Küchenmöbel eingesetzt werden, daß sie in Form und Charakter dem Umfeld optimal angepaßt sind. Durch die Kombinationen "Ceran" mit Glaselementen aus "BOROFLOAT", "Durax" und "Conturax", die aus unterschiedlichen Profilen und Flachglaselementen mit frei gestaltbaren Konturen bestehen, wird ein modularer Baukasten angeboten, um innovative Produktideen einfach umsetzen zu können. "SCHOTT Design" kann sowohl als Arbeits-, Schutz- und Kochfläche oder als Ablage genutzt werden. Die identischen Oberflächen und "SCHOTT Design" erlauben ein schnelles und einfaches Reinigen. Das System ist so konzipiert, daß auch Bedien- und Anzeigefunktion unter die Glasoberfläche gelegt werden können.

Kochen wie in Asien
"Das Essen ist so wichtig wie der Himmel", diese chinesische Weisheit beschreibt die Bedeutung, die das asiatische Volk dem Essen beimißt. Eine Philosophie, die nun zunehmend auch in der westlichen Welt Einzug hält.

Um die anspruchsvolle Zubereitung fernöstlicher Delikatessen mit westlichen Kochstandards gelingen zu lassen, hat SCHOTT den "Ceran" Wok entwickelt, der nicht nur ästhetisch, sondern auch reinigungsfreundlich ist. Asiatisches Kochen im "Ceran" Wok bedeutet, daß nur ein Teil der Speisen direkt mit der heißesten Stelle im Wok, nämlich in der Mitte, in Kontakt kommt. Die restlichen Zutaten garen auf dem äußeren Bereich. Um der Hausgeräteindustrie verschiedene Lösungen für den Kochbereich anzubieten, wurde der "Ceran" Wok von SCHOTT sowohl als Auftischgerät, direkt beheizt mit einem Strahlungsheizkörper, als auch als Einbaugerät für die Induktionsbeheizung entwickelt.
Interview - Erfolg durch Innovationen

Beim Besuch der Domotechnica fiel auf, daß Sie inzwischen mit kompletten Küchenlösungen aufwarten. Verläßt SCHOTT damit seine Kernbereiche?

Dr. Friedrich: Bei allem, was wir tun, bleiben wir natürlich Komponentenlieferant. Das sagen wir auch unseren Kunden. Design- und Funktionsstudien lassen sich aber besser anhand von Prototypen besprechen. Wir bieten mehr und mehr Zusatzleistungen an, etwa auf den Gebieten Marketing, Logistik und Anwenderberatung. Diese praktizierte Kundennähe wollen wir sogar ausbauen. Das heißt, wir sind weiterhin in unseren Kembereichen innovativ, aber beschäftigen uns eben auch mit Baugruppen und Systemen. Allerdings wollen wir kein Gerätehersteller werden.

Sie präsentieren auf der Domotechnica 15 Produktneuheiten. Woher kommt diese Fülle an Ideen?

Dr. Friedrich: Bei der Breite und Vielfalt unserer Innovationen schöpfen wir aus unseren umfassenden Kenntnissen des Werkstoffs Spezialglas. Natürlich sind wir auch deshalb permanent auf der Suche nach Innovationen für die Hausgeräte-Industrie, weil wir als Lieferant von Komponenten Teil eines Systems sind. Dabei bedienen wir uns unseres vielfältigen, internationalen Know-hows innerhalb der SCHOTT Gruppe, z.B. mit faseroptischer Beleuchtung oder mit interaktivem Glas von SCHOTT.

Wie entstehen solche Innovationen?

Dr. Friedrich: Der Schlüssel zum Erfolg ist die Kundennähe. Durch unsere ständigen intensiven Kontakte mit den entsprechenden Abteilungen in der Hausgeräteindustrie sind wir in deren Innovationsprozeß eingebunden. Immer mal wieder gehen wir einen wesentlichen Schritt weiter und reizen zum Nachdenken an oder zum Überspringen von Traditionen. Das zeigt sich beispielsweise beim "Ceran Cook-in" oder bei der "Cook-Box". Wobei hier nicht das Gerät an sich im Vordergrund steht. Unsere Modelle sind vielmehr Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen beim Thema Kochen.

Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Dr. Friedrich: Nehmen wir das "Cook-in". Er steht für Kochen als gesellschaftliches Ereignis. Zugleich wird mit einer Reihe von Traditionen gebrochen. Die Hausfrau ist nicht mehr der Handlanger, der hinter verschlossenen Türen agiert. Das Kochen wird vielmehr zum Mittelpunkt und es wird gemeinsam gekocht. Ja, selbst der Topf und die Pfanne verschwinden aus dem Blickfeld.

Stellen Sie sich nicht selbst unter einen großen Erfolgsdruck mit soviel Innovationen?

Dr. Friedrich: Das ist für uns kein Problem, das ist eine Herausforderung. Der Unternehmensbereich wird im Rahmen von Glaskeramik und veredelten Flachgläsern seine Aktivitäten nicht nur beibehalten, sondern künftig sogar noch ausbauen. Das verlangt von uns eine viel engere Zusammenarbeit mit der Hausgeräteindustrie, denn die wollen sich schließlich auch im Wettbewerb von anderen Geräteproduzenten abgrenzen.

Hat dieses enorme Innovationspotential Auswirkungen auf ihre Organisationsstruktur?

Dr. Friedrich: Natürlich, das eine bedingt das andere. Wir haben uns inhaltlich schon seit Jahren damit beschäftigt und längst die Grundlagen für kurzfristige Innovationen gelegt. Wir veranstalten internationale Entwicklungsworkshops. Auch in Sachen Technologie sind wir aktiv. Hier stehen uns eine Reihe von Innovationen bevor. So bauen wir beispielsweise eine eigene Organisationseinheit Technologie-Entwicklung Flachgläser auf. Sie zielt auf Know-how-Transfer in der Gruppe und Quantensprünge in der Technik ab.

Auf welchen Feldern haben wir noch Entwicklungen zu erwarten?

Dr. Friedrich: Überall dort, wo der Markt eine Weiterentwicklung erwartet und akzeptiert. Zum Beispiel bei Formen, Farben, Dekorationen oder bei der Steuerung. Vergessen wir auch nicht den Gasherd. Dieser zu Unrecht etwas in Vergessenheit geratenen Technologie haben wir auf der Domotechnica einen besonderen Schwerpunkt gewidmet und einige neue Impulse gegeben. Die Kunden haben uns bestärkt, daß wir auf dem richtigen Weg sind .

News, Messen & Events
29.
Oktober
Messe Algae Biomass Summit, Salt Lake City, Utah, USA, 29.10 - 01.11.2017
24.
Oktober
Messe CPhI / Innopack, Frankfurt, Deutschland, 24.10 - 26.10.2017
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