Presseinformationen der SCHOTT AG

20.02.2013, SCHOTT AG, Mainz

SCHOTT will 2013 mit seinen Kerngeschäften wachsen

  • Starke Marktposition bei Pharmaceutical Systems, Home Tech, Electronic Packaging und Advanced Materials

  • Keine dauerhafte Belastung des Konzerns durch Ausstieg aus der multikristallinen Photovoltaik

  • Investitionen in Sachanlagen sollen 2012/2013 auf 150 Millionen Euro steigen
  • Hauchdünn, transparent und auf der Rolle: SCHOTT stellt als bisher einziges Unternehmen ein flexibles Glas von nur 25 Mikrometern Dicke her.  Foto: SCHOTT
    Hauchdünn, transparent und auf der Rolle: SCHOTT stellt als bisher einziges Unternehmen ein flexibles Glas von nur 25 Mikrometern Dicke her.
    Foto: SCHOTT
    SCHOTT setzt im Geschäftsjahr 2012/2013 (1. Oktober 2012 bis 30. September 2013) auf seine starken Kerngeschäfte Pharmaceutical Systems, Home Tech, Electronic Packaging und Advanced Materials. „In jedem dieser Bereiche haben wir so großes Innovationspotenzial, dass wir derzeit nicht planen, in neue Segmente einzusteigen. Vielmehr setzen wir auf organisches Wachstum“, betonte Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer, Vorsitzender des Vorstandes, auf der Bilanzpressekonferenz. Im Bereich Pharmaceutical Systems werden Spezialglasröhren sowie jährlich rund 9 Milliarden Spritzen, Fläschchen, Ampullen und Karpulen aus Spezialglas und Kunststoff hergestellt. Zum Unternehmensbereich Home Tech gehören die starken Marken Ceran® Glaskeramik-Kochflächen und Robax® Kaminsichtscheiben. Electronic Packaging entwickelt und fertigt anspruchsvolle Hightech-Komponenten für die Elektronik, Automobilindustrie, Energie- und Medizintechnik. Insgesamt erwartet SCHOTT ein Umsatzplus von rund 3 Prozent, ein verbessertes Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) und einen Konzernjahresüberschuss im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

    Geschäftsjahr 2011/2012: Schwache Weltwirtschaft und Schuldenkrise belasteten das Geschäft
    SCHOTT hat ein schwieriges Geschäftsjahr 2011/2012 hinter sich. Neben geringeren Absatzvolumina aufgrund der nachlassenden konjunkturellen Dynamik der Weltwirtschaft führte auch ein niedrigeres Preisniveau in einzelnen Geschäftsfeldern sowie ein erwartungsgemäß geringeres Projektgeschäft zu einem Umsatzrückgang von 5 Prozent auf 2,01 Milliarden Euro (2010/2011: 2,12 Milliarden Euro). Die regionale Verteilung zwischen Europa (43,9 Prozent), Asien (26,2 Prozent) und Nordamerika (23,3 Prozent) blieb nahezu unverändert. Insgesamt erwirtschaftete SCHOTT 86 Prozent seines Umsatzes außerhalb von Deutschland.

    Neben den schwierigen konjunkturellen Bedingungen hat die Entwicklung des Geschäftsfeldes Photovoltaik das abgelaufene Berichtsjahr entscheidend beeinflusst. Massive Überkapazitäten bei Modulanbietern hatten zu einem anhaltenden und signifikanten Preisverfall geführt, der maßgeblich durch asiatische Wettbewerber getrieben wurde. Darüber hinaus hatten instabile politische Rahmenbedingungen bei der Förderung von Erneuerbaren Energien in verschiedenen Ländern zusätzlich enormen Druck auf das Photovoltaikgeschäft ausgeübt. Da eine Rückkehr der Branche auf einen profitablen Wachstumspfad nicht zu erwarten war, hat sich die SCHOTT Solar AG Mitte 2012 aus dem Geschäft mit multikristalliner Photovoltaik zurückgezogen. Das Geschäftsfeld Photovoltaik wurde gemäß den Regelungen des IFRS 5 zur Darstellung von aufgegebenen Geschäftsbereichen in der Gewinn- und Verlustrechnung des Berichtsjahres und des Vorjahres in das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche umgegliedert.

    Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) belief sich im Geschäftsjahr 2011/2012 auf 138 Millionen Euro nach 214 Millionen Euro im Vorjahr. Volumen- und Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr konnten durch Produktivitätssteigerungen und Kosteneinsparungen nicht vollständig ausgeglichen werden. Darüber hinaus haben Sondereffekte, insbesondere Restrukturierungsmaßnahmen, das EBIT belastet. Der Konzernjahresfehlbetrag von minus 278 Millionen Euro (Vorjahr: Konzernjahresüberschuss von 109 Millionen Euro) resultiert im Wesentlichen aus dem aufgegebenen Geschäftsfeld der multikristallinen Photovoltaik. Zum 30. September 2012 beschäftigte der SCHOTT Konzern weltweit 16.100 Mitarbeiter, davon 5.500 in Deutschland.

    Vorsichtiger Optimismus für das Geschäftsjahr 2012/2013
    In der nachlassenden Dynamik der Weltwirtschaft und der anhaltenden europäischen Schuldenkrise sieht SCHOTT auch im laufenden Geschäftsjahr schwierige Rahmenbedingungen. „Wir fühlen uns für dieses anspruchsvolle Umfeld aber durchaus gewappnet und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Dafür spricht vor allem, dass weit mehr als die Hälfte unseres Umsatzes auf Bereiche entfällt, in denen wir weltweit zu den führenden Anbietern gehören“, so Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer.

    Hinzu kommen vielversprechende neue Produkte. Dazu gehören XensationTM Cover, ein extrem hartes Deckglas für Smartphones, die Hochleistungsglaskeramik NEXTREMA TM, die besonders in Hochtemperatur-Umgebungen zwischen 400 und 950 Grad Celsius ihre Robustheit ausspielt, Pyranova® secure, eine Sicherheits-verglasung, die im Brandfall die Ausbreitung von Feuer, Rauch und Wärmestrahlung verhindert und zugleich Schutz gegen Einbruch und Beschuss bietet sowie die hochreine optische Glasfaser PURAVIS TM für medizinische und industrielle Anwendungen. Darüber hinaus ist SCHOTT jetzt in der Lage, das dünnste Glas der Welt in einem kontinuierlichen Verfahren herzustellen und auf Rolle zu wickeln. Das nur 25 Mikrometer ultradünne Material - menschliches Haar ist zwischen 80 und 120 Mikrometer dick - bietet damit Vorteile in der industriellen Verarbeitung zum Beispiel in der Elektronik oder der Beleuchtungstechnik auf OLED-Basis. Außerdem arbeitet SCHOTT an der Entwicklung von Komponenten für neuartige Lithium-Ionen-Batterien, die in Elektro- und Hybridfahrzeugen zum Einsatz kommen. Ziel ist es, diese sicherer und zuverlässiger zu machen sowie deren Lebenserwartung zu erhöhen.

    Wachstumsimpulse für sein Geschäft erwartet SCHOTT 2013 vor allem aus Asien. Dort verfügt der Technologiekonzern bereits über 12 Produktionsstandorte und 7 Vertriebsbüros mit zusammen rund 3.000 Mitarbeitern. Japan, China und Indien sind die wichtigsten Märkte. Mit der Eröffnung eines hochmodernen Werkes in Indien Anfang Februar baut SCHOTT seine strategische Position im asiatischen Pharmaverpackungsmarkt weiter aus. Die neue Produktionsstätte in Jambusar (Bundesstaat Gujarat) ist die erste vollautomatische Pharmaverpackungsproduktion auf dem Subkontinent und umfasst derzeit 20 Fertigungslinien für Ampullen und 16 Linien für Fläschchen.

    Im Geschäftsjahr 2012/2013 will SCHOTT seine Investitionen in Sachanlagen steigern. Waren es 2011/2012 lediglich 99 Millionen Euro, so sind jetzt 150 Millionen Euro geplant. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Pharmaceutical Systems, Optik und Home Tech.

    SCHOTT ist ein internationaler Technologiekonzern mit mehr als 125 Jahren Erfahrung auf den Gebieten Spezialglas, Spezialwerkstoffe und Spitzentechnologien. Mit vielen seiner Produkte ist SCHOTT weltweit führend. Hauptmärkte sind die Branchen Hausgeräteindustrie, Pharmazie, Elektronik, Optik, Solarenergie, Transportation und Architektur. Das Unternehmen hat den klaren Anspruch, mit hochwertigen Produkten und intelligenten Lösungen zum Erfolg seiner Kunden beizutragen und SCHOTT zu einem wichtigen Bestandteil im Leben jedes Menschen zu machen. SCHOTT bekennt sich zum nachhaltigen Wirtschaften und setzt sich bewusst für Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt ein. In 35 Ländern ist der SCHOTT Konzern mit Produktions- und Vertriebsstätten kundennah vertreten. 16.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Weltumsatz von 2 Milliarden Euro. Die SCHOTT AG mit Hauptsitz in Mainz ist ein Unternehmen der Carl-Zeiss-Stiftung.  
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    SCHOTT AG
    Klaus Bernhard Hofmann
    Vice President Corporate Public Relatio
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