Glaspulvertechnologie

Konzept

Glaspulver bestehen aus Glasarten unterschiedlicher Zusammensetzung, die zu sehr kleinen Partikeln aufgemahlen werden. SCHOTT bietet Körnungen von > 30 µm bis herunter zu 180 nm (d50) an.

SCHOTT Glaspulver werden in einem mehrstufigen Prozess hergestellt:
  • Schmelze: Die Glasschmelze ist eine SCHOTT-Kerntechnologie. Dabei ist die Wahl zwischen unterschiedlichen kontinuierlichen und diskontinuierlichen Schmelztechnologien von der Zusammensetzung und den Qualitätsanforderungen der einzelnen Glasart abhängig.
  • Mahlung: Je nach gewünschter Korngröße und Korngrößenverteilung werden unterschiedliche Trocken- und Nassmahl-Technologien eingesetzt. Für besonders feine Körnungen kommt die patentierte SCHOTT UF Ulftrafine Technologie zum Einsatz. Hier können mittlere Korngrößen von weit unter einem µm angeboten werden.

Außerdem werden die folgenden Weiterverarbeitungsmöglichkeiten angeboten:
  • Silanisierung: Nach der Mahlung können Dentalgläser mit einem Silan beschichtet werden.
  • Granulierung: Hierzu werden Einschmelz- und Lotgläser mit einem organischen Binder gemischt und sprühgetrocknet. Das resultierende Granulat besteht aus relativ runden und damit fliessfähigen Glaspulver-Agglomeraten. Diese können leicht in verschiedene Formen gepresst und gesintert werden.
  • Pasten: Durch Mischung mit einem organischen Binder werden Glaspulver zu einer Paste mit definierter Viskosität weiterverarbeitet. Diese kann vom Kunden durch Dispensen oder Siebdruck auf verschiedenste Bauteile aufgebracht werden.

Vorteile dieser Technologie

SCHOTT führt alle Produktionsschritte von der Entwicklung und Auswahl der Rohstoffe bis hin zum Mahlen und zur Weiterverarbeitung selbst durch:
  • Modernste Schmelz-Technologien und mehr als 125 Jahre Erfahrung ermöglichen hervorragende Reinheit und minimale Schwankungen in der Zusammensetzung der Gläser.
  • Mit mehr als 100 Glaszusammensetzungen in Pulverform bieten wir massgeschneiderte Lösungen für einen breiten Applikationsbereich an.
  • Individuelle Anwendungen stellen unterschiedliche Anforderungen an Korngrößenverteilung und Reinheit der Glaspulver. Deshalb setzt SCHOTT unterschiedlichste Trocken- und Nassmahltechnologien ein. Stetige Prozessverbesserungen und Optimierungen werden hier intern und mit externen Partnern durchgeführt.
  • Die patentierte SCHOTT UF Ultrafine-Technologie ermöglicht kontaminationsfreie Mahlungen herunter bis zu zu einer Körnung von nur 0.4 µm (d50). Mit SCHOTT Nanofine™ NF 180 wurde dieses Limit für bestimmte Glasarten nochmals unterboten (d50 = 180 nm).
Anwendungsbereiche

Glaspulver werden in vielen Bereichen verwendet, wie z.B.:
  • "Passivierungsgläser" schützen die empfindlichen p/n-Übergänge bestimmter Halbleiter und dienen gleichzeitig als Gehäuse des diskreten Bauteils.
  • Einschmelzgläser werden zum hermetischen Fügen verschiedener Materialien (z.B. Glas-Metall-Verbindungen) verwendet und dienen gleichzeitig als Isolator. Sie werden größtenteils zu Pasten oder gesinterten Presslingen verarbeitet , bevor sie mit anderen Materialien verbunden werden.
  • Dentalgläser werden als Bestandteil in hoch-ästhetischen Füllungsmaterialien eingesetzt.