Lotgläser

Glaslote sind spezielle Gläser mit besonders niedriger Erweichungstemperatur. Mit ihnen können Verbindungen von Werkstoffen aus Glas, Keramik oder Metall hergestellt werden, ohne dass die Verbundpartner thermisch geschädigt werden. Um eine spannungsfreie Verlötung zu erzielen, müssen die Wärmeausdehnungskoeffizienten der Verbindungspartner möglichst gut aneinander angepasst werden.

Es lassen sich im wesentlichen drei Glaslotfamilien voneinander unterscheiden:

Stabile Glaslote ändern während des Einschmelzvorgangs ihre Viskositätseigenschaften nicht und bleiben im so genannten „glasigen“ Zustand.

Kristallisierende Glaslote besitzen im Gegensatz dazu eine erhöhte Kristallisationsneigung. Während des Einschmelzprozesse kristallisieren sie zumindest teilweise, was zu einer Erhöhung der Erweichungstemperatur führt. Deshalb eignen sie sich besonders gut für Anwendungen mit hohen Betriebstemperaturen. Die Kristallisierung kann auch zu einer Änderung des CTE führen.

Kompositlote wurden entwickelt, um einen niedrigen CTE bei gleichzeitig niedriger Löttemperatur zu erreichen. Dies wird durch die Beimischung von Füllern mit besonders niedrigem oder sogar negativem Ausdehnungskoeffizienten erreicht.