Schloss Babelsberg in Potsdam erstrahlt wieder in kaiserzeitlicher Pracht

NEU: Schloss Babelsberg in Potsdam, Deutschland

Projekt

Hintergrund
Der prominente preußische Baumeister Karl Friedrich Schinkel, sein Schüler Ludwig Persius und der Architekt Heinrich Strack errichteten Schloss Babelsberg in zwei Bauabschnitten zwischen 1833 und 1849 für den späteren Kaiser Wilhelm I. Bei der Sommerresidenz im neogotischen Stil wurde an Fassadenmaterialien wie etwa Ziegel, Naturstein, Terrakotta, Romanzement und Zinkguss nicht gespart. Optischer Blickfang sind 380 verschiedenste Außentür- und Fensterelemente mit einer verglasten Fläche von insgesamt 550 m², darunter großformatige Ganzglasfenster für die freie Sicht auf den großartigen Naturpark.

Nach dem Tode Wilhelms I. wurde der Kaiserpalast auf unterschiedlichste Weise genutzt, die Bausubstanz jedoch vernachlässigt. Seit 1990 befinden sich Schloss und Park Babelsberg als Teil des UNESCO-Welterbes im Besitz der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg (SPSG). Diese will das Monument langfristig wieder als Museum nutzen und entwarf einen Masterplan zur Gesamtsanierung von Schloss und Park, die 2013 mit der Hüllenrestaurierung begann.


Herausforderung
Eine Aufgabe mit hohem denkmalpflegerischem und restauratorischem Anspruch, angesichts der vielfältigen Baustoffe und Stilelemente samt unterschiedlichen Entstehungszeiten, Ausführungsstandards und Erhaltungszuständen. Dies betraf vor allem den historischen Fensterbestand: Er blieb zwar überwiegend erhalten, wurde jedoch stark beeinträchtigt durch notdürftige Umbauten und Ergänzungen, Einfügen zusätzlicher Fensterebenen und Einsatz von neuzeitlichem Floatglas. So gingen gerade die eindrucksvollen Großverglasungen während des Zweiten Weltkriegs zu Bruch und wurden bei der Erneuerung mit Sprossen und Kämpfern zur Unterteilung der Fensterfläche versehen.

Solche nachträglichen, stilistisch unpassenden Änderungen galt es laut Masterplan wieder zu entfernen. Historische Verglasungen sollten nach Möglichkeit erhalten, Floatglas dagegen durch Glas mit leicht gewelltem Erscheinungsbild ersetzt werden. Neben denkmalpflegerischen waren auch moderne bautechnische und energetische Anforderungen zu berücksichtigen – schließlich zielt die Sanierung letztlich auf die Nutzung des Bauwerks als Museum.

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Material

Lösung
Als Restaurierungsglas wählten die Bauherren und ausführenden Architekten das farblose, durch den besonderen Herstellungsprozess im Fourcault-Verfahren gezogene GOETHEGLAS von SCHOTT mit einer charakteristischen, unregelmäßigen Oberfläche von Fenstergläsern des 18. und 19. Jahrhunderts. Zugleich ermöglicht dieses Glas zeitgemäße Funktionen wie etwa UV-Schutz oder Wärmedämmung und lässt sich zu Isolierglas, Verbundglas oder gehärtetem Glas weiterverarbeiten.

Das Verarbeitungs-Know-how war ein entscheidender Faktor für die vorgesehenen Verglasungslösungen. So produzierte SCHOTT für das Projekt Babelsberg drei Meter langes GOETHEGLAS, das mittels thermischer Vorspannung und anschließendem Heißlagerungstest veredelt wurde. Damit ließ sich ein Großteil der Ganzglasfenster ausstatten. Die 4,5 Meter hohen Sonderformate im Hauptgeschoss des Schlosses wurden als Verbundglas mit Stoßfuge ausgeführt. Zudem wurden für speziell genutzte Räume aus klimatischen Gründen Isoliergläser mit einer Außenscheibe aus GOETHEGLAS und einer Innenscheibe aus Floatglas hergestellt.

Zwar verfügen alle SCHOTT Restaurierungsgläser über eine europäische technische Zulassung, die Rahmenbedingungen und charakteristische Biegefestigkeiten regelt. Die Glasstatiker der SuP Ingenieure GmbH aus Darmstadt wurden hinzugezogen, um die Eignung der Verglasungen aus statischer Sicht zu prüfen. So erfüllen die Ganzglas- und Verbundglasfenster nun die Sicherheitsvorgaben einer ESG-H-Verglasung und erhielten umfangreiche baurechtliche Zustimmungen.
Für die Restaurierung von Schloss Babelsberg in Potsdam diente SCHOTT GOETHEGLAS - Restaurierungsglas ideal für Gebäude des 18. & 19. Jahrhunderts.
Außenansicht eines Fensters von Schloss Babelsberg. Für das Weltkulturerbe wurde SCHOTT GOETHEGLAS als Restaurierungsglas verwendet.

Team

Architekten
Dr. Krekeler Generalplaner GmbH, Berlin

Bauherren
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin- Brandenburg

Glashersteller
SCHOTT

Statement Architekten:
„SCHOTT war das einzige Unternehmen, das zur Planungszeit ein drei Meter großes Restaurierungsglas in passender Ästhetik anbieten konnte. In enger Zusammenarbeit konnten wir zudem die hochgesteckten Ansprüche des Denkmalschutzes erfüllen sowie die statischen, energetischen und bautechnischen Herausforderungen rund um die Isolier- und Verbundglaslösungen bewältigen. Dafür sind wir dankbar, denn für das Ergebnis erhielten wir positives Feedback von allen Seiten.“
Stefan Gubelt, Dr. Krekeler Generalplaner GmbH, Berlin

Statement Bauherren:
„Wir wollten ein Restaurierungsglas haben, das zwar die Blicke der Betrachter auf sich ziehen, dessen gewellte Optik aber dennoch weniger aufdringlich sein sollte. Mit der Entscheidung für SCHOTT und sein GOETHEGLAS sind wir sehr zufrieden, zumal die Sanierung der Verglasungen verschiedensten Ansprüchen genügen musste.“
Max Daiber, Projektleiter der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin- Brandenburg
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