Nicht blenden lassen

Das neue Filterglas VG20 von SCHOTT schützt Menschen und Geräte bestmöglich vor schädlicher Infrarotstrahlung

Bei vielen technischen Verfahren müssen das menschliche Auge oder elektronische Bauteile von allzu intensiver Infrarotstrahlung geschützt werden. Kein anderes Filterglas kann dies so effektiv wie das neue VG20 von SCHOTT. Es absorbiert bereits ab 565 nm – einem Gelbgrün – 50 Prozent der Strahlung. Bei einer Infrarot-Wellenlänge von 850 nm blockt es sogar tausendmal besser als herkömmliche Gläser.

„Es ist uns nach einer komplexen Weiterentwicklung der Produktionstechnologie gelungen, das Glas trotz hoher Farbstoffkonzentration extrem homogen und damit vollkommen frei von Blasen und Schlieren zu machen, sodass es den höchsten optischen Anforderungen entspricht“, erklärt Dr.-Ing. Ralf Biertümpfel, Application Manager Filter Glass bei SCHOTT Advanced Optics. Dadurch wurde es außerdem sehr klimabeständig. Selbst nach Hunderten von Stunden in einer Umgebung von 85 °C und 85 Prozent Luftfeuchtigkeit bleibt es transparent und korrodiert nicht.

Deshalb kann es auch unter harten Umgebungsbedingungen eingesetzt werden, etwa im Zusammenspiel mit Restlichtverstärkern. Diese Geräte werden immer häufiger von Jägern, Polizisten, Rettungskräften oder Hubschrauberpiloten verwendet. Der im Infraroten besonders empfindliche Restlichtverstärker hilft dem Träger, sich auch ohne Tageslicht zu orientieren bzw. Wild oder Personen zu suchen. Doch die beleuchteten Anzeigen seiner Geräte, selbst das Licht einer Uhr, eines Handys oder einer Taschenlampe, können schnell zum Problem werden, weil deren intensive Infrarotstrahlung ebenso proportional verstärkt wird, wie die einer entfernten Person. Der Restlichtverstärker macht daraus einen grellen blendenden Fleck. Werden aber die Uhr des Jägers oder die Anzeigen des Hubschraubers mit dem Filterglas VG20 abgedeckt, können diese weiter problemlos abgelesen werden.

Einen effektiven Infrarotfilter wie den VG20 benötigen auch die CCD-Sensoren, die in Digitalkameras und Handys das Bild aufzeichnen, denn sie reagieren empfindlicher als das menschliche Auge auf rote und infrarote Strahlung, sodass heiße Gegenstände viel zu hell dargestellt würden. Weil das VG20 rote Strahlung ein wenig und infrarote vollständig blockt, wird die spektrale Empfindlichkeit des Sensors der des Auges angepasst. Ein positiver Nebeneffekt ist dabei, dass aufgrund der starken Filterwirkung des VG20 die schützenden Glasschichten dünn und die optischen Systeme damit immer kompakter gebaut werden können. Was dem Wunsch der Elektronikindustrie nach immer stärkerer Miniaturisierung entgegenkommt.